[Rezension] Firelight - Leuchtendes Herz (Sophie Jordan)


Infos zum Buch:
Originaltitel: Hidden #3
Autor/in: Sophie Jordan
Seiten: 320
Verlag: Loewe (Nov 2013)
ISBN: 978-3-7855-7047-0
Preis: 17,95€ (HC)
Genre: Jugendbuch, Romantasy
Reihe: "Firelight"-Trilogie
  1. Brennender Kuss
  2. Flammende Träne
  3. Leuchtendes Herz

Spoilerwarnung! Es handelt sich hier um den letzten Band einer Reihe! 

Klappentext:
Miram wurde gefangen genommen, und das ist ganz allein Jacindas Schuld. Zwar gelingt es ihr in einer wahnwitzigen Aktion, Miram zu befreien, doch damit sind die Draki längst nicht sicher. Denn die Drachenjäger sind ihnen dicht auf der Spur.
Zugleich drohen die Gefühle des Drakiprinzen Cassian zur Gefahr für die Liebe zwischen Jacinda und Will zu werden. Wenn er nicht bereit ist, Jacinda gehen zu lassen, wird sie für immer an das Rudel gefesselt sein. Und das Leben mit Will, nach dem sie sich schon so lange sehnt, wird niemals möglich sein.
Die Flucht vor den Drachenjägern entwickelt sich so zu einer Zerreißprobe für Jacindas Liebe zu Will – und schließlich zu einem dramatischen Kampf um Leben und Tod. 

Meine Meinung:
Beim Cover wurde der Kopf von Band 1 und 2 wieder nur farblich abgewandelt und anders platziert. Ich hätte es schöner und passender gefunden, wenn man die Originalcover genommen hätte, denn die haben etwas besser gepasst (wie zum Beispiel Tamra mit ihren weißsilbrigen Haaren und ihrer eisigblauen Ausstrahlung auf dem zweiten Band).

Es ist etwas länger her seitdem ich den zweiten Band gelesen habe und da eine Zusammenfassung der vorherigen Ereignisse komplett fehlt, kam ich nur schleppend wieder rein. Die Autorin erwartet, dass sich der Leser an jegliche Details der ersten Bände erinnert, denn hier und dort werden scheinbar wichtige Dinge erwähnt, doch leider konnte ich mich persönlich einfach nicht gut genug zurückerinnern.

Das Buch beginnt direkt spannend und diese Spannung konnte ich auch ohne richtigen Kontext spüren und genießen. Jacinda fühlt sich für Mirams Gefangenschaft verantwortlich (nicht wie im Klappentext beschrieben, dass "allein Jacinda Schuld daran trägt". Miram hat schließlich von sich aus Jacinda nachspioniert...) und beschließt, dass sie vor ihrer Flucht Miram aus den Händen der Enkros befreien muss. Jacinda will mit Tamra und Will ihre Mutter suchen und danach einfach nur noch frei sein und ein neues Leben beginnen. Auch Tamra, die nun nach ihrer Verwandlung zu einer wichtigen Wächterin geworden ist, fühlt sich dort einfach nicht wohl. Cassian fängt die drei aber vor ihrem Aufbruch ab und natürlich will er bei der Rettungsaktion für seine Schwester dabei sein. Um an Miram ranzukommen, liefert sich Jacinda den Enkros aus und die zwei Tage der Gefangenschaft treiben sie bereits an ihre Grenzen...

Direkt zu Anfang wird deutlich, dass Jacinda sich endlich endgültig für Will entschieden hat. Jacindas emotionale Bindung mit Cassian stellt die zwei jedoch auf die Probe, doch ihre Liebe bleibt stark. Leider sind mir jedoch diese ständigen und vollkommen überdramatisierten Küsse zwischen Jacinda und Will negativ aufgefallen, denn irgendwann wurde es nur noch langweilig und es nervte einfach. Die vermeintliche Leidenschaft und die Bedeutung von solchen Küssen ging damit für mich irgendwie verloren. Weniger ist manchmal einfach mehr! Weiterhin fand ich die Beziehung zwischen Will und Jacinda immer weniger überzeugend und obwohl jetzt klar ist, wen Jacinda liebt, hat sie immer noch diese ewigen Gewissensbisse. Will bleibt leider sehr flach und manchmal hätte ich mir gewünscht, dass er mehr aus sich herausgehen würde. In diesem Liebesdreieck konnte mich eigentlich nur Cassian richtig überzeugen, denn seine Gefühle unter der ausdruckslosen Maske werden über die emotionale Bindung deutlich und klar.

Sophie Jordans Schreibstil ist so flüssig und gut lesbar wie eh und je. Die Autorin konzentriert sich auf die Gefühle und die Gedankenwelt der Protagonistin Jacinda und behandelt dafür Dinge wie Umgebung und Charakteraussehen eher oberflächlich. Die gesamte Story wird wieder aus Jacindas Sicht in Ich-Form und in Gegenwart erzählt, sodass man das Gefühl hat "live" und in unmittelbarer Nähe alles mitzuerleben. Irgendwie konnte ich mich in diesem Band aber kein bisschen mit Jacinda identifizieren und es war, als gäbe es immer eine gewissen Distanz zwischen dem Leser und Jacinda. Die Autorin konnte mich dafür allerdings ein paar Mal durch interessante Wendungen überraschen.

Diese Wendungen haben natürlich neue Fragen aufgeworfen, welche aber letztendlich nicht beantwortet werden, womit wir auch zu einem meiner größeren negativen Kritikpunkte kommen: es gibt viel zu viele offene Fragen! Als ich ca. 3/4 des Buches gelesen hatte, habe ich mich schon fieberhaft gefragt, wie die Autorin all meine Fragen in dem letzten Viertel dieses Abschlussbands (!) dieser Trilogie beantworten will und das Ergebnis war äußerst frustrierend. Vieles lässt die Autorin entweder komplett unbeantwortet oder lässt die Dinge anders ablaufen, als man erwartet hat - auf eine negative Art und Weise.

Das Ende bietet eine Enttäuschung nach der anderen. Die Autorin stellt bspw. neue Charaktere vor, nur um sie bald wieder verschwinden zu lassen, bzw. arbeitet sie kaum aus. Charaktere werden ermordet und die Rache oder Gerechtigkeit danach bleibt einfach weg. Die Enkros und die Jäger bleiben genauso flach und oberflächlich beschrieben wie vorher, ihre Ziele oder Motive werden gar nicht erst angesprochen, selbst während Jacindas Gefangenschaft. Ich habe immer geglaubt, dass dieser Krieg zwischen den Drakis und den Enkros/Jägern zu einem Ende kommen würde - ob friedlich oder mit Gewalt wäre egal gewesen. Aber alles bleibt wie gehabt und so stellt sich mir die Frage, was das alles eigentlich sollte... Generell ist das Weltkonzept sehr spärlich geblieben, denn man erfährt einfach nichts über das weltweite Rudelnetz der Drakis oder ob es so etwas überhaupt gibt. Die Drakispezies wird allgemein viel zu wenig beleuchtet, viel ungenutztes Potenzial und immer geht es nur um Jacinda und Will und dass sie sich lieben und endlich frei sein wollen... An sich habe ich nichts daran auszusetzen, dass sie das wollen, doch es gibt einfach zu viele andere Baustellen in dieser Geschichte, die einfach ignoriert werden. Das Ende kam insgesamt einfach sehr übereilt und zusammengeschustert rüber, so als wolle die Autorin diese Reihe endlich hinter sich haben. Für mich sehr enttäuschend und unzufriedenstellend, besonders wenn mir die ersten beiden Bände gut gefallen haben.

Fazit:
2 von 5 Punkten! :(
Ein enttäuschendes Ende und kein schöner Abschluss dieser vielversprechenden Trilogie.


Zusatz:
[SPOILER!!!] Text markieren, um zu lesen!
Meine Erwartungen, die nicht erfüllt wurden:
- Jacindas Vater Magnus ist noch am Leben und Jacinda und Tamra würden ihn kennenlernen
- Will verwandelt sich in einen Halbdraki (oder so ähnlich) ODER die Autorin erklärt dem Leser seine Fähigkeiten auf eine sinnvolle und detaillierte Art und Weise!
- Miram schafft es sich mit Jacinda anzufreunden und wird reifer
- Cassian stirbt einen Ehrentod bei dem Versuch jemanden zu retten ODER findet jemand Neues und wird am Ende glücklich!!!
- Deghan und Tamra gehen Deghans Wurzeln nach und verlassen das Rudel
- Jabel wird für ihre Morde bestraft und zur Rechenschaft gezogen
- Der Krieg zwischen den Enkros/Jägern und den Drakis findet endlich ein Ende!!!
[SPOILER ENDE]

Kommentare:

  1. ICh fand das Ende auch echt miserabel. So viele offene Fragen und so vieles, was die Autorin hätte besser machen können. Naja, die Reihe hat genug Anhänger, da braucht es uns nicht unbedingt :D

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    1. Das stimmt. ^^ Aber es ist doch irgendwie seltsam, dass nur so wenige Firelight-Fans so enttäuscht von dem Abschlussband sind... Hatten die meisten keine solchen hohen Erwartungen wie wir nach den ersten beiden Bänden? Ó.ò

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    2. Keine ahnung woran das liegt. Mich nervte vor allem Jacindas Schwärmereien und das ewige Hin und Her zwischen Will und dem Rudel. Waaah, ich hab fast die Krise bekommen.

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  2. Neeeeeiiiin bitte nicht!!! :O Das klingt ja...sagen wir unschön! xD Ich fand nämlich Teil 1+2 schon nicht so toll und drücke mich schon länger vor dem Abschluss...nun überlege ich ehrlich, ob ich es nicht gleich lasse. :/
    Deine Kritik ist nämlich auch wirklich super begründet....waaahhhh :(

    Liebe Grüße
    Becci <3

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    1. Jaa :// Das kommt aber auch auf deine Erwartungshaltung an. Wenn du mit niedrigen Erwartungen rangehst, nachdem du meine Rezension gelesen hast, könnte es dir ja "besser" gefallen als mir.

      Danke! ^^ Ich hoffe, dass du dich richtig entscheidest. :)

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