[Rezension] Dunkle Götter - Der Bund (Michael G. Manning)

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Infos zum Buch:
Originaltitel: Mageborn - The Line of Illeniel #2
Autor/in: Michael G. Manning
Seiten: 480
Verlag: Piper (Aug 2013)
ISBN: 978-3-492-70302-4
Preis: 16,99€ (KB)
Genre: High Fantasy
Reihe: "Dunkle Götter"-Pentalogie
  1. Das Erwachen
  2. Der Bund
  3. Der Erzmagier
  4. "The God-Stone War" (eng., erscheint hier?)
  5. "The Final Redemption" (eng., erscheint hier?)

SPOILERWARNUNG! Es handelt sich hier um den zweiten Band einer Reihe!

Klappentext:
Magie ist eine Gabe und eine Bürde zugleich. Ihr Erbe birgt schillernde Macht und dunkelsten Wahnsinn. Dies muss auch der junge Mordecai erfahren, der sich plötzlich im Zentrum der Geschicke des Reiches befindet. Ein Reich, das droht, der Finsternis anheimzufallen. Könige wie Götter möchten ihn gerne auf ihrer Seite wissen, doch Mordecai merkt schnell, dass er niemandem trauen kann. Nicht einmal seinen Freunden. Und auch nicht sich selbst ...

Meine Meinung:
Morts Leben ändert sich mit einem Schlag, als er seine magischen Fähigkeiten entdeckt und herausfindet, dass er der alten Magierlinie Illeniel entstammt und nun der letzte Magier auf der Welt ist. Nachdem er Devon Tremont in einem großen Kampf besiegt hatte, als dieser selbstsüchtige Adelige mithilfe der Macht eines dunklen Nachtgottes ihn ermorden wollte, muss er sich nun seinen neuen Pflichten als Mordecai Illeniel Graf di'Cameron und Lehnsherr des kleinen Dorfes Washbrook zuwenden. Zusammen mit seiner Verlobten Penelope (Penny) und seinen engsten Vertrauten, wie seinem Adoptivvater Royce Eldrige, Herzog James Lancester und seinen besten Freunden, muss er sich einigen Hindernissen stellen. Zum einen muss er die Wiederaufbau des Dorfes und der Burg Cameron mit kaum vorhandenen Ressourcen organisieren. Zum anderen muss er sich als Graf bei den Bewohnern seines Landes behaupten und ihr Vertrauen gewinnen. Letzteres wird immer schwieriger, als in dem Dorf über Nacht Menschen spurlos verschwinden. Mort bleibt nichts anderes übrig, als jede Nacht nach dem Feind zu suchen und schließlich trifft er auf eine grauenvolle Kreatur...

Seit mehreren Jahrhunderten müssen Magier einen Bund mit einer anderen Person schließen, um nicht dem Wahnsinn zu verfallen oder sich von einem Licht- oder Nachtgott verführen zu lassen und damit zu einer zerstörerischen Gefahr für die Welt zu werden. Auch Mort muss sich für einen Anath'Meridum entscheiden, aber er zögert. Penny will seine Hüterin werden, doch könnte er es ertragen zu wissen, dass wenn er stirbt, Penny dann auch sterben wird? In letzter Zeit hört er immer öfter körperlose Stimmen in seinem Kopf... Ist das der Wahnsinn, von dem alle sprechen?

Es war mir ein großes Vergnügen wieder in Morts außergewöhnliches Leben einzutauchen und seine Höhen und Tiefen mitzuerleben. Ich konnte ganz klar erkennen, wie sehr sich Mort seit dem ersten Band weiterentwickelt hat und auch wenn er immer noch im Anfangsstadium seines Magierdaseins ist - was vor allem daran liegt, dass es keine anderen Magier mehr gibt, die ihn unterrichten könnten - merkt man, dass er schon viel sicherer mit seinen neuen Fähigkeiten umgeht. Mit Einfallsreichtum und unendlicher Ausdauer versucht Mort seine Grafschaft und das Dorf zu aufzubauen und alles wieder zum Laufen zu bringen. Dabei sind ihm seine Freunde und seine Familie eine große Hilfe. Mort war mir schon im ersten Band sehr sympathisch und das hat sich durch seine Charakterentwicklung nicht geändert, auch wenn Mort verantwortungsbewusster geworden ist.

Michael Mannings Schreibstil ist nach wie vor sehr schön zu lesen und flüssig. Man bekommt ein umfassendes Bild von der Gedankenwelt des Protagonisten und man kann sich hervorragend in Mort hineinversetzen. Alle Charaktere sind mir sehr gut in Erinnerung geblieben und sie sind alle sehr schön ausgearbeitet. Indem der Autor jedem Charakter eine besonders markante Eigenschaft verleiht, kann man sie sich gut einprägen und vorstellen. Die gesamte Geschichte wird hauptsächlich von Mort in Ich-Form und in Vergangenheit erzählt und ab und an wird durch ein paar Nebenkommentare deutlich, dass er von einem zukünftigen Standpunkt aus erzählt. Was die Sprache angeht, kann ich auch nur wie beim ersten Band wiederholen, dass es mir sehr gefällt, wie der Autor die altertümliche Sprache mit ein paar wenigen moderneren Redewendungen vermischt und ihr eine gewisse Flexibilität verleiht.

Die Geschichte ist durchgehend unterhaltsam und durch den lockeren Schreibstil und die sich aufbauende Spannung, verliert man nie die Leselust an diesem Buch. Auch wenn Mort etwas reifer geworden ist, hat er seinen verrückten Humor oder seinen Hang zu äußerst provozierenden und manchmal lebensmüden Handlungen nicht verloren. Diese Leichtigkeit gleicht die ernsten Seiten der Geschichte gut aus. Ab der Hälfte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und die Seiten flogen in nur wenigen Stunden nur so dahin. Der Autor versteht sich darin, eine Situation in verschiedenen Aspekten immer spannender, unheilvoller und dramatischer werden zu lassen, sodass man als Leser immer dringender wissen muss, wie es am Ende ausgeht.

Einen größeren Kritikpunkt habe ich aber dann doch. Die Geschichte beginnt sehr interessant zu werden, als Mort mit diesen neuen bösartigen Wesen konfrontiert wird. Leider schlägt die Geschichte dann aber doch eine ganz andere Richtung ein und diese Kreaturen bleiben auf der Strecke. Ich möchte nicht spoilern, deshalb kann ich nur vage sagen, dass es am Ende ziemlich wichtig gewesen wäre, ihre Herkunft und ihre Handlung näher zu beleuchten, zumal ein seltsamer kleiner Junge auftaucht, der bei dem Angriff dieser Wesen nur still beobachtet. Was hat es mit ihm auf sich? Zudem fand ich es etwas schade, dass Dorian in diesem Band auf der Strecke bleibt und ihm keine Beachtung geschenkt wird, obwohl er sehr viel tut und Mort wann immer es geht hilft und ihm beisteht. Oh und Penny ist mir fast durchgehend gehörig auf den Zeiger gegangen und ich kann Mort nicht ganz verstehen, was er an ihr findet.

Das Ende hat mich sehr berührt und ich musste sogar weinen, was bei mit nicht oft der Fall ist. Der Autor bringt ein persönliches Nachwort an und schreibt, dass er gewisse private Erlebnisse und Erfahrungen in diesem Band verarbeitet, was ich sehr schön fand. Nun freue ich mich einfach sehr auf die Fortsetzung und kann es kaum erwarten zu erfahren, gegen was Mort und seine Freunde im nächsten Band kämpfen müssen! Eine absolute Leseempfehlung!

Fazit:
4 von 5 Punkten! :)
Eine würdige Fortsetzung. Für alle Fans des ersten Bandes ist es ein MUST-READ.

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