[Rezension] Du. Wirst. Vergessen. (Suzanne Young)


Infos zum Buch:
Originaltitel: The Program #1
Autor/in: Suzanne Young
Seiten: 448
Verlag: Blanvalet (Aug 2013)
ISBN: 978-3-442-26414-8
Preis: 9,99€ (TB)
Genre: Jugendbuch, Dystopie, Romance
Reihe: "The Program"-Dilogie
  1. Du. Wirst. Vergessen.
  2. Ich. Erinnere. Mich. (erscheint 16. Feb 2015!)

Klappentext:
Nur das »Programm« kann der grassierenden Selbstmord-Epidemie unter Jugendlichen noch Einhalt gebieten. Für besorgte Eltern bedeutet es Hoffnung, für die Jugendlichen das Ende. Denn jeder, der zurückkehrt, ist ohne Erinnerung – und ohne Emotionen. Niemals würde Sloane es wagen, öffentlich Gefühle zu zeigen. Nur bei ihrem Freund James kann sie sie selbst sein. Seine Liebe ist ihre einzige Stütze in einer gefühlskalten Welt. Aber dann bricht James plötzlich zusammen! Als das »Programm« ihn holt, weiß Sloane, dass nichts mehr so sein wird, wie es war. Sie muss um James‘ Liebe kämpfen – und um ihrer beider Erinnerungen …

Meine Meinung:
Das Cover hat mich nicht wirklich dazu animiert, mir dieses Buch näher anzuschauen, eher überkommt mich ein seltsam unbehagliches Gefühl, wenn ich dieses gemalte Gesicht ansehe. Der Gesichtsausdruck ist sehr schwer zu deuten. Ist sie wütend/konzentriert/beides/gar nichts von beiden? Vielmehr hat mich der Klappentext neugierig gemacht und viele positive Rezensionen. Der Titel klingt wie eine Drohung oder ein Befehl, was sehr gut zur Story und zum "Programm" passt.

Ich bin ganz ehrlich: auf den ersten Seiten, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Wie unheimlich echt, fesselnd und direkt alles beschrieben ist, es ist, als würde der Leser als Geist direkt neben unserer Protagonistin mitten in dieser Situation stecken. Die Atmosphäre ist geradezu greifbar: kalt, verzweifelt, hilflos, ängstlich, tot, düster und doch ist alles nach Außen hin sauber, weiß und steril.

In Amerika ist eine Selbstmord-Epidemie unter den Teenagern und Jugendlichen ausgebrochen. Immer mehr entscheiden sich die illegale Droge QuickDeath zu nehmen und zu sterben, nachdem sie für eine Weile stark depressiv werden und sich in ihrem Charakter verändern. Die Regierung hat sich deshalb an die Wissenschaft gewendet und "Das Programm" eingeführt. Die Jugendlichen stehen bis zum 18. Lebensjahr unter strenger Beobachtung, das kleinste Zeichen von Depression und man wird in "das Programm" gebracht, wo einem die Erinnerungen rausgeschnitten werden und man als "Rückkehrer" nur noch leer, ohne Erinnerungen und emotionslos zurückkehrt. Sloane hat vor zwei Jahren ihren großen Bruder Brady sterben sehen, als er mit einem Sprung in einen Strudel Selbstmord beging. Sein bester Freund war James und schon vor seinem Tod waren Sloane und James ein Paar. Beide verstecken ihre Trauer so gut es geht, sonst wären sie verloren. Sie lieben sich wie verrückt. Sie sind entschlossen, sodass sie eher sterben würden, als ihre Erinnerungen zu verlieren und sie geben sich trotz all der geballten Hilflosigkeit um sie herum, gegenseitig Kraft. Doch dann wird James geholt und Sloane verzweifelt an ihrer Trauer...

Trotzdem blieb der Schreibstil immer sehr gut und flüssig. Die Autorin geht sehr wenig auf die Umgebung oder das Aussehen der Charaktere ein, dafür erweckt sie sie zum Leben, indem sie sie einfach sprechen und tun lässt, sodass man sie trotzdem vor Augen hat. Das zu schaffen ist kein Zuckerschlecken und ich war sehr davon beeindruckt. Die gesamte Story wird aus Sloanes Perspektive in Ich-Form und Gegenwart erzählt und trotzdem blieb sie mir als Protagonistin den Großteil des Buches sehr fremd und distanziert, auch weil sie sehr passiv wirkt. Erst ganz am Ende wurde ich ein bisschen mit ihr warm, doch ich spüre da noch Luft nach oben.

Die Handlung im Mittelteil zieht sich sehr in die Länge und es scheint, als komme man überhaupt nicht mehr voran. Das gesamte Buch an sich ist nicht sehr spannend und hat nicht viel Action, aber bei einem Plot, wo es um steigende Selbstmordraten und das Löschen von Erinnerungen geht, ist diese "Leere" nur zu erwarten. Woran die Autorin jedoch nicht spart, sind die Gefühle und das Drama zwischen Sloane und James. Ihre große Liebesgeschichte wird sehr stark betont und detailreich beschrieben, was der eine Leser begrüßt, den anderen jedoch auch irgendwann auf die Nerven gehen kann. Ich fand es süß!

Was den dystopischen Aspekt angeht, bin ich etwas enttäuscht. Gerade am Anfang weckt diese "Krankheit" sofort das Interesse, weil es erstmal eine neue Idee ist. Doch die Autorin lässt den Leser das gesamte Buch über im Dunkeln tappen. Es gibt nur wenige Antworten auf meine Fragen, doch das Ende macht Hoffnung auf eine aufschlussreichere Fortsetzung. Apropro Ende, das fand ich einfach super! Sloane scheint, was ihren Tatendrang und ihre Willenskraft angeht, zu wachsen und endlich bekommt sie Persönlichkeit. Auch die Story lebt dadurch wieder auf und es wird spannend. Es endet letztendlich sehr offen und ich bin schon gespannt, wie es mit Sloane und James weitergeht!

Fazit:
3,5 von 5 Punkten! :)
Leider etwas langatmig und kaum Antworten, jedoch große Gefühle!

Kommentare:

  1. Tolle Rezension! :)
    Ich möchte das Buch unbedingt noch lesen, auch wenn es dir nicht so gut gefallen hat. Band 2 erscheint ja bald und ich hab noch nicht mal das erste gelesen *SCHOCK*.

    Liebe Grüße,
    Jasi ♥

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    1. Danke! Also 3,5 Punkte sind doch gar nicht schlecht. ^^ Sind fast 4 und mir hat's insgesamt gut gefallen. :)
      Tja dann, ran an die Bullet... äh, Bücher! ^^

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  2. Mir hat das Buch auch gut gefallen und ich freue mich schon total auf den 2. Teil.
    Eine sehr schöne Rezension vorn dir <3

    Liebe Grüße
    Vanessa

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    1. Supi! :)) Der erscheint erst Februar 2015! =.=' Immer dieses endlose Warten. ^^
      Dankeschöööön! ♥

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    2. Oh ja, das hasse ich auch total :-(

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Danke für dein Kommentar! :) ♥