[Rezension] Blue Secrets - Der Kuss des Meeres (Anna Banks)



Infos zum Buch:
Originaltitel: Syrena Legacy - Of Poseidon #1
Autor/in: Anna Banks
Seiten: 448
Verlag: Cbt (Sep 2013)
ISBN: 978-3-570-30879-0
Preis: 8,99€ (TB)
Genre: Jugendbuch, Fantasy, Romance
Reihe: "Blue Secrets"-Trilogie
  1. Der Kuss des Meeres
  2. Das Flüstern der Wellen
  3. "Of Neptune" (eng. erscheint hier?)

Klappentext:
Als Emma den süßen Galen zum ersten Mal sieht, fallen ihr sofort seine violetten Augen auf – denn ihre haben dieselbe Farbe. Und tatsächlich bergen sie ein Geheimnis: Galen ist nämlich ein Syrena, Prinz der Meere, und er spürt eine heftige Anziehung zu diesem Menschenmädchen, das mit den Fischen reden kann! Das kann nur eines bedeuten: Auch in ihren Adern fließt das Blut der Syrena. Doch falls sein Verdacht sich bestätigt, ist Emma eine Erbin Poseidons – und damit für einen anderen bestimmt … 

Meine Meinung:
Das wunderschöne Cover und die vielen positiven Reaktionen auf Amazon haben mich verführt und ich wollte dieses Buch unbedingt haben und lesen.

Das erste Kapitel war gut. Alles war sehr locker und vor allem sehr witzig. Die 18-jährige Emma und ihre beste Freundin Chloe machen Urlaub in Florida und auf dem Weg zum Strand knallt Emma gegen einen wildfremden Kerl - einen ziemlich gutaussehenden sogar. Was jedoch seltsam ist, ist dass er genau wie Emma violettfarbene Augen hat und sie sehr intensiv anstarrt. Seine vom ersten Augenblick an sehr unsympathische jüngere Schwester Rayna, die ebenfalls eine violettfarbene Augenfarbe hat, verrät den beiden Mädchen seinen Namen - Galen.

Von da an, ging es mit dem Buch steil bergab und hier sind verschiedene Punkte, warum.

1. Der Schreibstil: Er ist enorm holprig und einfach sehr unausgereift. Die Geschichte wird abwechselnd aus Emmas Sicht in Ich-Form und in Gegenwart und aus Galens Sicht in Er-Form erzählt. Viel zu oft bringt die Autorin sehr deplatziert wirkende Vergleiche mit dem Wort "wie" ein. Anfangs ist es noch ganz witzig, aber irgendwann nerven diese gekünstelten und "gezwungen amüsanten" Einwürfe, weil sie immer häufiger auftauchen. Besonders, wenn die Stimmung alles andere als humorvoll und locker-flockig ist.

2.+ 3. Die Charaktere und die Handlung: Wir lernen Chloe, Emmas allerbeste Freundin, kennen. Sie ist dunkelhäutig, sportlich, eine talentierte Sprinterin, witzig, sehr direkt und sie liebt es, Emma zur Weißglut zu bringen. Es passiert im zweiten Kapitel (!), - ich denke also nicht, dass das ein Spoiler ist - Chloe wird direkt zu Anfang des Buches auf dem Meer von einem Hai getötet und Emma, die in nächster Nähe ist, kann nichts dagegen tun. Es ist einfach kein guter Zug der Autorin, die beste Freundin direkt am Anfang zu töten, wenn sie vorher in Emmas gesamten Leben eine wichtige Rolle gespielt hat und so dem Leser eine Chance hätte geben können, einen besseren Draht zur Protagonistin Emma zu bekommen. Dann fehlte mir definitiv Emmas Trauer um Chloe oder eine Art Trauma, mit dem sie den Tod ihrer besten Freundin kompensiert. Nach dem grausamen Vorfall springt die Autorin nämlich direkt zu Emmas ersten Schultag ihres Abschlussjahres und der Leser bekommt kaum etwas von ihrer Trauer mit. Emmas Dad ist außerdem erst vor zwei Jahren an Krebs gestorben und auch dort hat die Trauer innerhalb der Familie gefehlt, welche diese Tatsache real gemacht hätte. Emmas Mutter war mir von Anfang an unsympathisch und ihr Verhalten fand ich einfach durch und durch lächerlich und alles andere als mütterlich.

[Ich entschuldige mich für die ellenlangen Sätze, die aber nur verdeutlichen sollen, wie schnell das alles im Buch abläuft.]
Zurück in der Schule geht die Katastrophe damit weiter, dass plötzlich Galen in Emmas Heimatstaat New Jersey auftaucht und alle Fächer mit Emma hat. Die anderen Mädchen der Schule stolpern über ihre Schlüpfer, während sie versuchen, ihm irgendwie ihre Nummer unterzujubeln und Galen ist natürlich der 08/15-ultraheiße-und-ultralangeweilige Typ, für den jedes Mädchen sterben würde, der aber selbstverständlich nur bei Emma eine besondere Anziehungskraft spürt. Es vergehen genau drei Tage und Emma ist hoffnungslos in ihn verliebt und Galen auch in sie, aber er darf sie aus einem besonderen Grund nicht lieben, also denkt Emma, dass Galen sie gar nicht mag, daraufhin bricht sie wann immer es geht einen Streit vom Zaun und Galen träumt weiterhin von ihren Lippen - aus der Ferne natürlich, doch um den Schein zu wahren, müssen Emma und Galen vor Emmas Mutter so tun, als wären sie ein Paar.
Eine solche, dermaßen schlecht geschriebene Liebesgeschichte habe ich noch nie gelesen.  

Rayna beleidigt derweil grundlos Emma, sodass sie sich vor Hass gegenseitig wortwörtlich an die Gurgel gehen, doch dann erfährt Emma, dass Toraf (Raynas ehemalig bester Freund) Rayna zur Hochzeit "gezwungen" hat und plötzlich ist sie Raynas beste Freundin und wendet sich gegen Toraf, der mir von allen Figuren in diesem Buch, der sympathischste, bodenständigste und "normalste" Charakter war, wogegen ich Rayna sehr oft gerne erwürgt hätte, weil sie ihr Mundwerk nicht unter Kontrolle hat und ihr Charakter einfach durch und durch verkorkst ist. Oh und Emma findet schließlich heraus, dass sie eine Art Syrena ist, genau wie Galen, Rayna und Toraf. Ich wiederhole, das alles (und mehr, aber ich will nicht zu viel spoilern) passiert und erfährt Emma in drei Tagen.

Das Buch STROTZT in seiner Handlung vor sinnlosen Widersprüchen, starken Gefühlsschwankungen, unnatürlichen Handlungssprüngen und enorm unkreativen und langweiligen Klischees und es entwickelt sich alles total unauthentisch und zu schnell. Und das Schlimmste daran ist, dass sich die Figuren teilweise sogar bewusst sind, dass ihr Verhalten einfach keinen Sinn ergibt und sie ändern trotzdem nichts daran. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich das Buch aus dem Fenster schmeißen wollte oder vor lauter Empörtheit den Kopf geschüttelt habe...

4. Das Ende: Keine Angst, ich spoilere nicht! Jedoch bin ich geschockt, dass ich schon nach einem Viertel des Buches wusste, was eigentlich erst auf der letzten Seite offenbar werden sollte. Es war so offensichtlich und vorhersehbar und als sich die Hinweise gehäuft haben, konnte ich nicht fassen, dass Galen und Co. immer noch nicht darauf kommen. Der "große Cliffhanger" am Ende war vollkommen vorhersehbar.

5. Das Potenzial: Hin und wieder kommen Szenen, bei denen es mehr um die Königreiche der Syrena geht und die fand ich ganz interessant. Diese Passagen sind jedoch viel zu oberflächlich und zu selten, als dass ich dem Buch dafür einen Punkt mehr geben könnte. Der Plot hat zwar Potenzial, der aber leider komplett ungenutzt bleibt.

Insgesamt war dieses Buch also ein großer Fehlgriff und ich kann es absolut nicht weiterempfehlen.

Fazit:

1 von 5 Punkten!
Eine gigantische Enttäuschung.

Kommentare:

  1. Oh je, ich wollte es auch lesen. Ich mag ja Klischees, wenn sie gut verpackt sind, aber nicht so billige. :D Aber hab shcon mal gehört, dass es nciht so prickelnd sein soll. mh. und es soll verfilmt werden? :D dann kann man sich wohl wenigstens darauf freuen was. :D
    LG, schön geschrieben. :)

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    1. Ja, ich hab normalerweise auch nichts gegen Klischees (manchmal mag man z.B. einfach den typischen BadBoy oder den muskulösen Kerl mit harter Schale und weichem Kern ^^), aber hier war es noch nicht mal schön verpackt, wie du es formulierst. -_-

      ES SOLL VERFILMT WERDEN?! O.O
      Jetzt hast du mich aber kalt erwischt! *geht googlen*
      OMG, es stimmt. :O Krass, dieses Buch ist überhaupt nicht verleichbar mit der Biss-Reihe! Die waren als Bücher einfach nur super...

      Infos:
      http://www.filmstarts.de/nachrichten/18486054.html

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    2. Hehe, ja genau da hatte ich es auch gelesen. :D
      Na ob das wirklich noch was wird und da viele reingehen. ^^ Aber als Film ist das sprachlich und logisch hfftl ein bisschen besser. ;)

      LG. :)

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    3. Hoffentlich, sonst werden mir die Zuschauer nur leidtun. :S ^^

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  2. ok, und weg von der Wunschliste. Klang ja eigentlich ganz interessant, aber das hört sich jetzt nicht mehr so gut an...

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    1. So ging's mir auch, es klang so gut... Und dann habe ich es gelesen.
      :'D Aber deswegen schreibe ich ja Rezensionen! :)

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  3. Ich liiiiebe das Buch xD Ich habs allerdings auf Englisch gewesen, aber ich fands sooooo toll ♥♥♥

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    1. Vielleicht bessert sich durch die Originalsprache der Schreibstil, aber ich bezweifele, dass die Handlungssprünge, Authentizität und Logikfehler plötzlich "verschwinden". ^^

      Aber schön, dass es dir gefallen hat. :)
      Ich fand's leider einfach nur schlecht. Aber so verschieden sind Geschmäcker eben! :)

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Danke für dein Kommentar! :) ♥