[Rezension] Godspeed - Die Ankunft (Beth Revis)


Infos zum Buch:
Originaltitel: Shades of Earth #3
Autor/in: Beth Revis
Seiten: 480
Verlag: Dressler (August 2013)
ISBN: 978-3-7915-1678-3
Preis: 19,95€ (HC)
Genre: Science Fiction, Romance, Thriller
Reihe: "Godspeed"-Trilogie
  2. Die Suche
  3. Die Ankunft

Vorsicht! Das ist die Rezension zum 3. Band, sie wird also Spoiler enthalten!

Klappentext:
Endlich können Amy und Junior die Godspeed verlassen. Ein neues Leben auf dem Zielplaneten Zentauri wartet auf sie. Aber diese neue Erde entpuppt sich nicht als das Paradies, das Amy und Junior erhofft hatten. Wer oder was lebt noch auf diesem Planeten? Können Amy und Junior die eigene Kolonie retten? Und was wird aus ihrer gemeinsamen Zukunft?

Meine Meinung:
Wieder mal ein wunderschönes Cover, das sehr gut zu seinen Vorgängern passt. Diesmal ist alles in ein Violett getaucht und im Regal funkeln die Bücher und fallen sofort auf. Es ist schön, wie hier darauf geachtet wurde, dass Junior und Amy immer zu sehen sind und ihre Liebe zueinander deutlich wird. Wie in der Geschichte, wächst und entwickelt sich die Liebe zwischen den beiden auch auf den Covern, was ich sehr gut dargestellt finde.

Es geht sofort damit los, dass das Shuttle auf der Zentauri-Erde landet, doch das Shuttle wird urplötzlich von etwas Unbekanntem getroffen und dadurch gelingt die Landung nicht so gleichmäßig, wie geplant. Durch den heftigen Stoß kommt es zu einigen Verletzten und sogar zu Toten. Junior setzt als Erster einen Fuß auf die Zentauri-Erde, um die Lage abzusichern, doch dann wird er plötzlich von einem Flugsaurier-ähnlichen Wesen angegriffen und nur knapp gelingt ihm mit Amys Hilfe die Flucht. Schon davor haben Amy und Junior überlegt, ob sie alle lieber für immer in Sicherheit auf der Godspeed bleiben sollen oder ob sie den Schritt in die gefährliche Freiheit wagen sollen. Denn die letzten Sonden auf diesem neuen Planeten ergaben das Ergebnis, dass gefährliche und menschenfeindliche Kreaturen dort leben, die das Leben der Menschen gefährden könnten.
Zitat: "Aber was ist schlimmer? Monster... oder Stahlwände?" (Amy, Seite 8)
Dann werden die Eingefrorenen aufgetaut und Amy hat endlich ihre Eltern wieder! Doch da die beiden obersten Befehlshaber von Orion ermordet wurden, muss Amys Vater Colonel Martin improvisieren und das Kommando übernehmen. Sogleich bilden sich zwei Fronten: die Schiffsgeborenen der Godspeed und die Aufgetauten der Sol-Erde. Beide Seiten halten die andere für "Freaks", weil sie sich äußerlich voneinander unterscheiden. Zwischen Colonel Martin und Junior herrscht augenblicklich ein Autoritätsproblem. Eigentlich sollen sie alle zusammenarbeiten, damit die Kolonie überleben kann.
Und das ist noch lange nicht das Ende der Problem-Liste...

Amys Verhalten hat mich zu Anfang des Buches sehr aufgeregt. Bevor überhaupt eine übersichtliche Lage herrscht und es sicher ist, dass jeder wohlauf ist, hat sie nichts anderes im Kopf, als sämtliche Eingefrorenen aufzutauen. Als wäre es nicht schon problematisch genug, dass es Verletzte gibt und das Shuttle offenbar von irgendetwas bei der Landung angegriffen wurden. Ich verstehe zwar ihre Ungeduld und Sehnsucht, doch sie hätte sicherlich noch ein paar Minuten warten können. Generell hätte ich erwartet, dass sich wenigstens Junior einen Plan hätte ausdenken können, wie er die Aufgetauten möglichst "sanft" in die Geschehnisse und die momentane Situation einweihen kann. Auch wenn er noch sehr jung ist, hätte er, gerade als Ältester, trotzdem die zu ergreifenden Maßnahmen nach der tatsächlichen Landung besser vorbereiten müssen. Auch danach war ich enttäuscht, wie planlos Junior eigentlich ist und dass er sich viel zu sehr von Colonel Martin bevormunden lässt.

Dass direkt danach diese Diskriminierung beider Seiten ganz unverholen stattfand, hat mich auch ziemlich genervt. Colonel Martin war mir dann von Anfang an ziemlich unsympathisch und es hätte ihm als (auch wenn ungeplant) oberster Befehlshaber des Militärs klar sein müssen, dass Gemeinschaft und Zusammenarbeit an erster Stelle bei einer solchen Mission sein müssen. Wie kommt er überhaupt zu so einer Haltung gegenüber den Leuten der Godspeed? Er ist auf der Erde aufgewachsen, vermutlich in einer Gesellschaft, in der die Hautfarbe und Herkunft in den fortgeschrittenen Zeiten keine Rolle spielt. Die Leute der Godspeed hatten das jahrhundertelang nicht, hatten demnach eine ganz eigenen Kultur und Weltansicht und deshalb war es für mich auch immer nachvollziehbar, dass sie vor Andersartigkeit sofort zurückschrecken, wie bei Amy. Zudem habe ich Colonel Martin nie wirklich trauen können und der Ansicht war auch Junior.
Zitat: "Aber herauszufinden, was Colonel Martin mir vorenthält, ist wichtiger - ich will nicht, dass die Kolonie ebenso auf Lügen und Täuschungen aufgebaut wird wie die Godspeed." (Junior, S. 203)
Beth Revis konnte mich wieder mit ihrem schönen Schreibstil mitreißen und in die Geschichte entführen. Die Geschichte wird dabei wieder wie vorher schnell abwechselnd aus der Sicht von Amy und Junior jeweils in Ich-Form und in Gegenwart erzählt, was mir gut gefallen hat, da ich dadurch relativ schnell vorankam. Diese Abwechslung ist für den Spannungsaufbau ein großer Vorteil. Eine konsequent steigende Spannungsgerade ist bei ihren Büchern quasi zu erwarten, denn auch diesmal nimmt die Geschichte diese spezielle Thriller-Richtung wie bei Band 2 ein, indem einige unerklärliche Morde geschehen und die Kolonie plötzlich mit einem unbekannten Gegner zu tun hat.
Das folgende Zitat zeigt sehr schön, wie sehr die Tode den Protagonisten zusetzt:
Zitat: "'Amy', sagt er und wartet, bis ich ihm in die Augen schaue.
'Ich kann dich nicht verlieren. Das könnte ich nicht ertragen...'
Aber der Tod funktioniert so nicht. Es ist ihm egal, ob dich jemand liebt, dich nicht gehen lassen will. Er nimmt sich einfach, wen er will. Er nimmt, bis man schließlich nichts mehr hat.
" (Amy, Seite 341)
Neben den oberen Kritikpunkten, will ich noch einen weiteren Aspekt ansprechen: die fehlenden Beschreibungen. Der Leser weiß einzig und allein, dass dieser Planet bewohnbar ist, er Energieressourcen hat und dass es dort möglicherweise menschenfeindliche Kreaturen gibt. Dann kommen noch ein paar wenige ungewöhnliche Pflanzen, aber das war es schon im Großen und Ganzen. Für das Science-Fiction Genre ist mir das definitv zu wenig! Das Shuttle, die Umwelt und überhaupt wie dieser neue Planet aussieht und sich "anfühlt", wie die Menschen sich dort fühlen; das alles wurde mir viel zu oberflächlich beschrieben. Natürlich ist klar, dass es irgendwann nur noch ums Überleben ging, doch das kann trotzdem nicht rechtfertigen, dass sich der Leser diese neue Umgebung überhaupt nicht vorstellen kann. In den ersten beiden Büchern konnte ich mir sehr genau vorstellen, wie es diesbezüglich in der Godspeed aussah, doch auf der Zentauri-Erde? - Nada. Auch später, als es wieder mehr um Technik ging, geht die Autorin nur sehr vage auf sie ein und so konnte ich ihr die Geschichte in solchen Momenten einfach nicht "abkaufen".

Die Dinge, die Band 3 von seinen Vorgängern geerbt hat ist der schöne Schreibstil, das besondere Thriller-Feeling, die Spannungsexplosion am Ende und die schöne Liebesbeziehung zwischen Amy und Junior. Einen Stern muss ich abziehen, da ich doch von ein paar Charakteren enttäuscht wurde, das Ende vom Ende zu schnell und zu lieblos erledigt wurde und weil viele Beschreibungen gefehlt haben. Zu dem Ende will ich auch nicht viel sagen, das muss sich jeder selbst durchlesen. Mir war es allerdings wirklich zu "glatt" und ich hatte das Gefühl, dass die Autorin nur schnellstmöglich ein Ende haben wollte.

Fazit:
Knappe 4 von 5 Punkten! :)
Ein gutes Finale, bei dem mir aber ein paar Aspekte zu kurz gekommen sind.

Kommentare:

  1. Hmm, denke das ist nicht meins..?

    Na, jedenfalls bin ich hier, weil ich dich ausgesucht hab:
    http://everydayliz.de/tag-ich-moechte-unbedingt-lesen/ :)

    Liebste Grüße!

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  2. Hallo Lydia,
    da hat dich doch recht viel gestört, umso schöner, dass es am Ende trotzdem 4 Punkte gibt. Ich kann deine Kritik gut nachvollziehen und finde sie auch super begründet. Schöne Rezension <3
    Ich liebe diese Reihe ja, besonders den letzten. :D

    Liebste Grüße Becci

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    1. Ja, beim letzten Band lasse ich meist noch meine Meinung zur gesamten Reihe miteinfließen und hier ist sie doch eher positiv. :)
      Danke dir! :)

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Danke für dein Kommentar! :) ♥