[Rezension] Dunkle Götter - Das Erwachen (Michael G. Manning)


Infos zum Buch:
Originaltitel: Mageborn - The Blacksmith's Son #1
Autor/in: Michael G. Manning
Seiten: 352
Verlag:  Piper (14. Mai 2013)
ISBN: 978-3-492-70290-4
Preis: 16,99€ (KB)
Genre: Jugendbuch, Fantasy - High Fantasy, Romance
Reihe: "Dunkle Götter"-Pentalogie
  1. Das Erwachen
  2. Der Bund
  3. Der Erzmagier
  4. "The God-Stone War" (eng.)
  5. ???

Klappentext:
Nachdem seine Eltern bei einem Attentat ums Leben kamen, wächst der junge Mort bei einem Hufschmied auf. Seine wahre Herkunft kennt er nicht. Doch bald erwachen in ihm magische Fähigkeiten – lebensgefährlich in einer Welt, die die Magie längst verbannt hatte. Gemeinsam mit seinen Gefährten Dorian und Penny erlernt Mort das magische Handwerk – und gerät damit dem finsteren Lord Devon in die Quere, der nicht nur für Mort, sondern auch für Penny zur größten Bedrohung wird. Dabei ist Devon nicht ihr einziger Gegner. Denn bald findet Mort heraus, dass er sich gegen eine schier unbesiegbare Macht gestellt hat: einen dunklen Gott.

Meine Meinung:
Ich bin ganz ehrlich - im ersten Moment hat mich das Cover nicht sehr angesprochen. Jedoch wuchs mein Interesse sofort, als ich den Klappentext las und feststellte, dass das Cover doch sehr gut zum Charakter der Geschichte passt. Kunstvoll und doch brüchig zeichnen Metallobjekte ein interessantes Bild, das an Schwerter und Rüstungen denken lässt. Vielleicht liegt meine anfängliche Skepsis daran, dass ich von den heutigen viel zu mädchenhaften Jugendbuch-Covern verwöhnt bin, was eigentlich ziemlich traurig ist...

Das Setting ist mittelalterlich, jedoch ist die Sprache trotzdem nicht zu altmodisch und unverständlich, sondern genau so, dass der Leser sich mit der Sprache identifizieren kann und nicht bei jeder seltsamen Redewendung laut losprusten muss. Gerade die Leser, die mittelalterliche Normen in Büchern abschrecken,dürfen hier beruhigt sein, denn dies hält sich in "Dunkle Götter - Das Erwachen" in wohlüberlegten Grenzen, was ich wirklich toll finde.

Das Buch beginnt mit einem sehr blutigen und spannenden Prolog. Dem Leser wird sogleich ein Geheimnis über den Protagonisten Mordecai Eldridge (kurz: Mort) offenbart, welches der 17-jährige selbst erst viel später erfährt. So fühlt man sich zunächst einmal vom Autor "eingeweiht" und mit einbezogen, sodass es gleich viel mehr Spaß macht, weiterzulesen. Der Prolog verrät uns Morts Geburt und die Geschichte über seine Eltern, die bei einem Attentat starben. Direkt danach folgt auch schon die eigentliche Geschichte und es beginnt alles damit, dass Mort etwas sehr eigenartiges tut und dabei seine ersten magischen Fähigkeiten entdeckt.

Mort war mir schon auf den ersten Seiten direkt sympathisch. Er hat eine freundliche und sehr ehrliche Art an sich, die es dem Leser leicht macht eine Bindung zu ihm aufzubauen. Der Autor versteht sich darauf seine Figuren zum Leben zu erwecken und ich konnte mich wunderbar in den Protagonisten hineinversetzen. Mort ist ein überdurchschnittlich intelligenter, aufgeweckter und offenherziger junger Mann mit viel Mitgefühl und Herzlichkeit. Zudem ist er meistens auch wirklich witzig und oft konnte ich mir einen guten Lacher nicht mehr verkneifen, wenn er bei seinen gedanklichen Monologen in "Krisensituationen" die verrücktesten Dinge sagt oder tut. Dabei wird er nie sarkastisch, sondern hat diese äußerst sympathische Fähigkeit, über sich selbst lachen zu können.
Zitat: "Abgesehen von meiner Brillanz war ich manchmal auch ganz witzig. Jedenfalls sagte ich mir dies oft genug, um es selbst zu glauben." (S. 288)

Zitat: "Frauen sind nicht einfach. Ich dagegen bin so einfach, wie man es sich nur wünschen kann." (S. 295)
Marcus Lancester ist der Sohn vom Herzog James Lancester und Herzogin Genevieve Lanchester und ist schon seit seiner Kindheit mit Mort befreundet. Genau wie sein Vater begegnet er allen seinen Mitmenschen und Bediensteten mit Freundlichkeit und Respekt, wenn sie ihm diese ebenfalls erweisen. So freundet er sich gleich mit dem einfachen Sohn eines Hufschmieds an und die beiden wurden die beste Freunde. Als sie zusammen Morts besondere Gabe entdecken, läd Marcus ihn zu sich in die Burg ein und die beiden suchen in der Bibliothek nach Antworten über Morts Fähigkeiten.
Zitat: " 'Verrat es ihm nicht, aber ich halte ihn sogar für brillant. Das war schon immer so. Wenn irgendjemand ohne einen richtigen Lehrer herausfinden kann, wie man diese Gabe einsetzt, dann ist er es.' "
(- Marcus spricht über Mort, Seite 299)
"Das Erwachen" ist mein erstes Buch von Michael G. Manning und hiermit verkünde ich mit begeisterten Lobgesängen und Jubelrufen, dass sich das sehr bald ändern wird, denn diesen Autoren werde ich zukünftig ganz genau im Auge behalten! Es ist immer wieder toll, wenn ich solche Talente wie Herrn Manning finde, denen das Schreiben einfach im Blut liegt! Sein Schreibstil ist locker, sehr flüssig und wirklich mitreißend. Ich kann es immer noch nicht ganz fassen, dass dieses Buch sein Debütroman ist, denn mir hat das Lesen so viel Spaß gemacht, wie schon lange nicht mehr. Die Story wird hauptsächlich aus Morts Sicht in Ich-Form und in Vergangenheit erzählt. Öfters gibt es auch einzelne Abschnitte und Kapitel aus der Sicht von Nebencharakteren, dann jedoch in Er-/Sie-Form, sodass man jegliche Verwirrungen ausschließen kann. Vor jedem Kapitel gibt es ein größeres Zitat aus einem Buch namens "Über das Wesen von Glaube und Magie" von Marcus dem Ketzer, (das ist natürlich ebenfalls vom Autor erfunden) welches dem Leser aufschlussreiche Informationen über die eigentlich ausgestorbene Magie in Morts Welt bietet.

Es gibt viele Charaktere und viele von ihnen zeigen eine schöne Entwicklung, sodass die Handlung und die Charaktere sehr authentisch wirken. Andere Charaktere hält der Autor bewusst etwas zurück und ich vermute stark, dass sie später ihren besonderen Teil zur Geschichte beitragen werden. Dieses Buch ist traditionelle Fantasy, in der man Gut und Böse klar trennen kann und es einen Helden gibt, der die Welt rettet. Zur Abwechslung finde ich das sehr gut und ich kann nur wiederholen, dass ich wirklich viel Spaß beim Lesen hatte! Eine schöne Liebesgeschichte darf als i-Tüpfelchen natürlich nicht fehlen und auch diese entwickelt sich auf eine natürliche und glaubwürdige Art und Weise.

Die Handlung ist zu jeder Zeit gut gefüllt und absolut nie langweilig - wirklich nie! Spannung baut sich gleichmäßig auf und am Ende gibt es dann einen großen Kampf mit traurigen, aber auch erfreulichen und unerwarteten Folgen. Es gibt sehr viele Dinge, die offen bleiben und ich bin wahnsinnig gespannt, wie es weitergeht. Zum Glück muss ich auf Band 2 "Der Bund" nicht mehr lange warten!

Fazit:
5 von 5 Punkten mit Herz! :)
Ein absolutes MUST-READ für alle Fantasy-Fans!!! *___________*

*Fotos*

Kommentare:

  1. Meine Rezension kommt morgen zu diesem Buch. Mir hat es leider nicht so gut gefallen. Zum Beispiel gerade wegen der Sprache. Ich fand die zu dem mittelalterlichen Setting oft nicht passend und auch nicht gleichbleibend.

    Außerdem fand ich auch die Handlung ein bisschen schwammig. Das mit den Göttern kam für mich noch nicht so raus.

    Aber schön, dass es dir besser gefallen hat.

    LG

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    1. Bei der Sprache kann ich es verstehen, wenn nicht jeder das so gerne mag. Deshalb habe ich das nochmal explizit in meiner Rezension erwähnt, obwohl ich persönlich das super fand. :) Meiner Meinung nach schreibt Herr Manning allerdings wesentlich besser, als so manch anderer Autor, der sich auf unseren Jugendbuch-Bestsellerlisten tummelt. ^^

      Also bei der Handlung kann ich mich absolut nicht beschweren. Allein die "Infotexte" am Anfang von jedem Kapitel haben mir die Verhältnismäßigkeiten der hier vorherrschenden Magie und der Götter vollkommen ausreichend erklärt, zumal es sich in diesem Buch auch "erst" um den Auftakt einer Pentalogie handelt. Wenn ich jetzt schon wüsste, wie genau das alles mit dem Dunklen Gott abgelaufen ist, wäre die Story für mich weniger interessant und ich baue darauf, dass sich diese Aspekte im Laufe der Bücher kristallisieren werden. Ich denke, das war eine wohlüberlegte Absicht vom Autor, die Details erstmal zurückzuhalten. Eine gewisse Spannung muss ja sein. ;)
      Aber insgesamt ist mir vollkommen klar gewesen, was alles in der Handlung passiert ist. Mehr brauche ich für den Anfang gar nicht. ;)

      Jep, also ich fand es wirklich klasse! :))

      LG!

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