[Rezension] Herzblut - Gegen alle Regeln (Melissa Darnell)

https://cdp.pageplace.de/cdp/public/publications/DT0113/9783862785834/cover?size=WS-B14Infos zum Buch:
Autor/in: Melissa Darnell
Preis: 12,99€ (KB)
Seiten: 400
Originaltitel: Crave #1
Verlag: Darkiss
Reihe: "Herzblut"-Trilogie
  1. Gegen alle Regeln
  2. Stärker als der Tod
  3. "Consume" (eng.)
Hier bestellbar!

Klappentext:
Wenn zwei Herzen in deiner Brust schlagen und du für deinen Freund zur größten Gefahr werden kannst - was würdest du tun? Als Kinder waren sie wie Seelenverwandte. Doch auf der Jacksonville High leben sie wie in zwei Welten. Denn Tristan gehört zur elitären Clann-Clique. Und es vergeht kein Schultag, an dem Savannah den Hass der anderen Clanns nicht zu spüren bekommt ? Dennoch fühlt sie sich immer noch die besondere Verbindung zu Tristan. Als plötzlich dunkle Kräfte in Savannah erwachen, offenbart ihr Vater ihr ein erschütterndes Blutsgeheimnis. Jetzt weiß sie, warum die Clanns sie ablehnen und warum sie Tristan nicht lieben darf: Sie alle haben eine magische Gabe, aber Savannah ist anders - und kann für Tristan zur tödlichen Gefahr werden! Und trotzdem siegt Savannahs Sehnsucht, als Tristan sich heimlich mit ihr treffen will...

Meine Meinung:
Das neue Imprint vom MIRA-Taschenbuch Verlag nennt sich "Darkiss" und bisher können sich die geplanten Bücher wirklich sehen lassen - die Cover sind detailreich gestaltet und sind wahre Eyecatcher. Auch bei "Herzblut" kann ich mich nicht groß beschweren. Das Bild wirkt sehr tiefgründig und etwas traurig, die Farben und das Motiv symbolisieren sehr schön, um was es in der Geschichte gehen soll. Dass der Verlag außerdem den Reihentitel "Herzblut" genannt hat, finde ich besonders toll. In diesem Buch gewinnt nämlich das Wort erst am Ende eine Bedeutung und das hat mich ziemlich positiv überrascht.

Genau bis zur Hälfte fand ich das Buch eigentlich rundum gut. Die Handlung war erstmal sehr ruhig, langsam und man lebt sich gemächlich in Savannahs Alltag hinein, der nicht so rosig ist. Auf der Schule gilt sie als Freak, was nicht zuletzt daran liegt, dass ihre Familie aus dem Hexen-Clann verbannt wurde, weil Savannahs Mutter die Oberhäupter des Clanns mit ihrer Heirat verärgert hatte. Jetzt lebt Savannah mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter immer noch in der Stadt Jacksonville, wo die Nachfahren des Hexen-Clanns untergründig das Sagen haben und sehr viel Einfluss ausüben. Doch früher war alles anders. Savannah war in ihrer Kindheit sehr gut mit Tristan befreundet, doch nach der Verbannung, rissen seine Eltern ihn von ihr weg und jeglicher Kontakt wurde verboten. Seitdem ignoriert er sie, als wären sie Fremde. Savannah kann trotz all der Schikanierungen in der Schule ihre Gefühle für ihn nicht ersticken, auch nachdem sechs Jahre so vergingen. Das bedeutet aber nicht, dass dieses Mobbing keinen Einfluss auf sie hat.
Zitat: "Oh nein, auf gar keinen Fall würde ich weinen. Sofort stellte ich mir vor, wie sich die Wut in meinen Adern in Eiswasser verwandelte. Eisprinzessin, erinnerte ich mich. Du bist von Eis umgeben, sie können dir nichts. Mein Herzschlag verlangsamte sich, und ich spürte, wie sich die Kälte bis in mein Gesicht ausbreitete." (- Savannah, Seite 249)
Ohne ihre beste Freundin Anne, würde sie es wohl kaum durch den Tag schaffen. Die Nebencharakterin war mir von allen Charakteren am sympathischsten. Sie ist direkt, beschützerisch und verhält sich einfach genau wie eine echte beste Freundin es tun sollte. Als dann aber Savannah die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt, kann selbst Anne ihr nicht helfen. Trotzdem erschien mir Savannah oft sehr passiv und naiv.

Tristan hat die Nase voll von den Regeln des Clanns. Er ist der rechtmäßige Nachfolger des Clann-Oberhauptes, seinem Vater. Doch am liebsten möchte er ein einfacher Mensch sein, der Football spielen kann, so viel er will. In letzter Zeit verhält sich Savannah aber seltsam und nachdem sie eine Woche krank war und sich danach plötzlich die Jungs um sie scharten, wusste er, dass etwas nicht stimmt. Eigentlich mochte er sie immer noch und gerade wegen der ganzen Regeln, wollte er dagegen rebellieren und trotzdem wieder mit Savannah befreundet sein.
Zitat: "Innerlich fluchte ich wild über den Clann. Er war eine Bande kontrollwütiger Zauberer. Nur weil meine Familie diese Machtjunkies über viel Generationen angeführt hatte, wollte ich noch lange nichts mit ihrer Magie oder ihren blöden Regeln zu tun haben." (-Tristan, Seite 33)
Derweilen bereitet ihm sein früherer bester Freund Dylan ziemliche Probleme. War er etwa neidisch auf seine Position im Clann?

Ich hatte noch nie zuvor etwas von der Autorin gelesen und der Schreibstil ist für einen Debütroman gut und flüssig zu lesen. Jedoch empfand ich das Buch nach der ersten Hälfte als sehr langweilig, da die Handlung ziemlich vorhersehbar wird und dieses ewige und extrem nervige Hin-und-Her zwischen Savannah und Tristan mich in keinster Weise berühren konnte. "Herzblut" ist ein Buch, bei dem man gerne auch mal Abschnitte und ganze Seiten überspringen kann, denn viel verpassen wird man nichts. Dafür wiederholt sich das ganze eintönige Prozedere zu oft. Im Kontrast dazu, fand ich den regelmäßigen Perspektivenwechsel zwischen Savannah und Tristan super, denn so konnte der Leser in beide Köpfe sehen. Die Geschichte wird aus der Sicht von den beiden Protagonisten in der Ich-Form und in Vergangenheit erzählt.

Leider wurde dadurch auch deutlich, wie viele wichtige Aspekte der Geschichte die Autorin sehr vernachlässigt und sich viel zu sehr auf diese "Ich will, aber ich darf nicht"-Liebesgeschichte versteift, was mich überhaupt nicht fesseln konnte. Zum einen lag es an den Charakteren. Ich konnte nicht verstehen, wie Savannah auch nach sechs langen Jahren als Mobbingopfer (Ja, so sollte man das tatsächlich schon nennen.) noch immer etwas für Tristan schwärmte. Schön, er sah fantastisch aus, und weiter? War sie wirklich so oberflächlich? Und Tristan wird natürlich erst dann klar, dass er die Clann-Regeln brechen und wieder mit Savannah befreundet sein will, weil plötzlich jedes männliche Wesen von ihr besessen zu sein scheint? Und dann folgt ein ewiges, sich wiederholendes Hin und Her und das Ganze kam einfach sehr unauthentisch und oberflächlich rüber. Dazwischen konzentriert sich die Autorin ausgerechnet auf die nebensächlichen Dinge, wie Savannahs Leidenschaft für das Tanzen.

Insgesamt hatte die Story für mich viel zu wenig Tiefe und die Lovestory war viel zu dominant und dabei viel zu vorhersehbar. Viel lieber hätte ich mehr über den Hexen-Clann und die Vorgeschichte gelesen. Die Charaktere waren okay, handelten aber oft sehr unpassend, wobei mir Tristans Erzählungen insgesamt eigentlich gefallen haben. Die Handlung war nie spannend oder mitreißend und für die 400 Seiten, bin ich sehr enttäuscht. Trotzdem vergebe ich wegen der Idee, der ersten Hälfte des Buches und dem ganz guten Schreibstil knappe drei Punkte.

Fazit:
Knappe 3 von 5 Punkten!

Ich bedanke mich bei Blogg dein Buch und bei Darkiss für das Exemplar! :)

Kommentare:

  1. Mir ging es so ziemlich mit allem genauso. Ich hätte sooooooooo gerne mehr über die Clanns erfahren - anstelle des vielen Tanzens :-(
    Aus der Idee hätte man ein fantastisches Romeo & Julia-Ding machen können :(

    lg
    Steffi

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    1. Super schade eigentlich. :/

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    2. Ich hoffe ja darauf das wir im zweiten Teil mehr darüber erfahren.

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    3. Ich weiß nicht, ob ich die Reihe weiterlesen werde... Wahrscheinlich warte ich dann ein paar Rezensionen ab. :)

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Danke für dein Kommentar! :) ♥