[Rezension] Der Weg in die Dunkelheit - Die Wächterin (Erica O'Rourke)

Infos zum Buch:
Autor/in: Erica O'Rourke
Preis: 9,99€
Seiten: 448
Originaltitel: Tangled #2
Verlag: Blanvalet
Reihe: "Der Weg in die Dunkelheit"-Trilogie
  1. Die Erwählte
  2. Die Wächterin
  3. Die Schöpferin (erscheint am 15. Juli 2013!)

Vorsicht! Dies ist der zweite Band einer Reihe und enthält Spoiler!

Klappentext:
Spannend, magisch und ungemein romantisch!
Ohne die Liebe könnte das Leben so einfach sein. Doch ihren Gefühlen für den gut aussehenden Colin kann Mo Fitzgerald ebenso wenig entkommen wie den düsteren Geheimnissen in ihrer Familie. Und dann tritt auch noch der faszinierende Luc wieder in ihr Leben und zieht Mo in einen Kampf uralter magischer Dynastien … und in seinen Bann. Hin und her gerissen zwischen den beiden Männern in ihrem Leben ahnt Mo nicht, dass Luc ihr einiges verschweigt – und dass auch Colin ein finsteres Geheimnis hat …

Meine Meinung:
Dass man das Cover von Band 1 noch toppen könnte hätte ich nicht gedacht. Aber dieses Cover übertrifft alle meine Erwartungen - absolut wunderschön! Diese Art von experimenteller Kunst ist echt unglaublich schön und die Pose des hübschen Mädchens und der Gesichtsausdruck sind aussdrucksstark und gleichzeitig sanft und zart. Und diesmal gefällt mir auch der Mann, der auf dem dunklen Kleid schattenhaft abgebildet ist. Die Farben, das Model und diese Aquarellmalerei ist klasse und macht aus dem Cover einen echten Eyecatcher!

Mo hat nach Veritys Tod ihren Platz als Gefäß eingenommen, so wie es die Prophezeiung voraussagt. Sie bekommt quasi keine Zeit um ihre beste Freundin zu trauern und wird gleich mit der magischen Parallelwelt konfrontiert und gezwungenermaßen von ihr ausgenutzt. Die Magie hat sich nach ihrem letzten Eingriff verändert und das wirkt sich nicht sehr positiv aus, weder für die Bögen, noch die Flachen. Aus Rache für Verity und auch aus Verantwortung über Veritys Schwester Constance spielt Mo mit... Mos Familie ist ein Kapitel in ihrem Leben, an das sie am liebsten nie denken will. Ihr Vater sitzt im Gefängnis, ihre Mutter tut so, als wäre sie mit ihrem bescheidenen Leben zufrieden und ihr Onkel Billy ist ein gefürchteter Mafiaboss. Es würde also nicht lange dauern, bis seine Feinde Mo in ihre gefährlichen Angelegenheiten mit reinziehen, um sie als Druckmittel zu nutzen. Deshalb gibt er ihr einen Bodyguard - Colin. Ein attraktiver, geheimnisvoller, manchmal barscher und doch sympathischer junger Mann, in den sich Mo auch prompt verliebt. Wäre da nur nicht dieser andere gutaussehende Typ, namens Luc... Nach der Prophezeiung sind sie und Luc für einander bestimmt und für immer aneinander gebunden. Doch Mo kann sich bei ihm nie sicher sein, ob er sie nur nimmt, weil es sein Schicksal ist oder ob er sie wirklich liebt. Andererseits hat Colin anscheinend eine sehr finstere Vergangenheit gehabt, denn er will Mo einfach nichts von sich erzählen. Hin- und hergerissen zwischen der magischen Welt und der menschlichen Welt muss sie sich gleichzeitig auch mit zwei Kerlen rumschlagen, die undurchsichtige Absichten haben...

Ganz oft habe ich innerlich gedacht: "Nun lasst sie alle doch alle mal in Ruhe ihr eigenes Leben leben!". Anscheinend will nämlich auf einmal alles und jeder was von ihr und Mo lässt es auch noch mit sich geschehen, denn wenn sie es nicht tut, würde immer irgendjemand sterben und das kann Mo nicht zulassen. Die Magie muss repariert werden, sonst wird sie die gesamte Erde zerstören und Billys Mafiafeinde versuchen sie in ihre dreckigen Geschäfte mit reinzuziehen. Wenn sie unklug handelt, hat sie ganz schnell keinen Lebensgrundlage mehr. Deshalb gibt sie für das Allgemeinwohl all ihre Träume und Wünsche auf und opfert sich. Als dann auch noch plötzlich ihre Schule meint, (Achtung, Sarkasmus!) sie noch ein bisschen mehr einzuschränken, weil sie ein einziges Mal geschwänzt hatte und im Unterricht vielleicht ein bisschen abwesender war als sonst (sie, die Überfliegerin...), ist mir wirklich der Kragen geplatzt. Mo wurde angemeckert, als hätte sie bspw. 30 Mal geschwänzt und noch einen Lehrer beleidigt und ich konnte nur noch verständnislos den Kopf schütteln. Diese Reaktion war für mich so unrealistisch, absolut unangebracht und so deplatziert, dass ich mich gefragt habe, was sich die Autorin dabei gedacht hat. Vielleicht hätte ich diesen Aspekt noch ertragen können, wenn Mo in diesem Moment endlich wach geworden wäre, sich hingestellt hätte und allen Leuten, die etwas von ihr wollten gesagt hätte: "Kümmert euch doch um eure eigene Sache und haltet mich da raus!". An ihrer Stelle hätte ich wahrscheinlich einfach für eine gewisse Zeit Reißaus genommen, um für mich sein zu können.

Während es im ersten Band so aussah, als hätte sich Mo für Colin entschieden, kommen ihr hier schnell die ersten Zweifel und sie lässt sich auf Luc ein. Mir hat es nicht gefallen, dass sie so mit den beiden spielt, doch Luc und Colin lassen ihr kaum eine andere Wahl. Jedoch wusste ich schon vorher, dass es eine Dreiecksgeschichte geben wird, deshalb will ich mich nicht groß beschweren.

Erica O'Rourke hat immer noch einen tollen, einfachen und lockeren Schreibstil und man hat das Buch schnell gelesen. Manchmal hatte ich jedoch das Gefühl, dass die Autorin absichtlich viele, überflüssige Details und Dialoge einbringt, damit die Story an Länge zunimmt. Vieles davon hätte man streichen können. Die gesamte Geschichte ist auch diesmal aus Mos Sicht in Ich-Form und Vergangenheit erzählt, sodass man sich gut in die Protagonistin hineinversetzen kann.

Alles in allem war "Die Wächterin" eine gute Fortsetzung, die aber ein paar gravierende Mäkel vorzuweisen hat. Hauptgrund dafür ist, dass die Autorin sich mit diesem Buch anscheinend zu viel vorgenommen hat. Es wirkt insgesamt so überfüllt, chaotisch, überquellend und überhaupt nicht strukturiert. Ein einziger roter Faden (und nicht drei oder vier), hätte dem Buch wirklich gut getan. Dabei sind diese unterschiedlichen Handlungsstränge vollkommen von einander getrennt, und es gibt keine Schneidepunkte, wenn schon Tangenten, aber mehr auch nicht. Ein paar Schneidepunkte und Zusammenhänge hätten diese verschiedenen Handlungsstränge nämlich erklärt. Jedenfalls hat mich das Buch trotzdem ganz gut unterhalten. Ich werde auf jeden Fall den letzten Band lesen und bin gespannt, wie sich die Autorin das Finale vorgestellt hat und ob sich das Chaos wieder legt!

Fazit:
3 von 5 Punkten! :)

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