[Rezension] Das Meer der Seelen - Nur ein Leben (Jodi Meadows)

Infos zum Buch:
Autor/in: Jodi Meadows
Preis: 12,99€ (KB)
Seiten: 352
Originaltitel: The Newsoul - Incarnate #1
Verlag: Goldmann
Reihe: "Meer der Seelen"-Trilogie
  1. Nur ein Leben
  2. "Asunder" (eng.)
  3. ?

Klappentext:  → Link!

Eigene Zusammenfassung des Anfangs:
Seit fünftausend Jahren gibt es genau eine Million Seelen, die immer wiedergeboren werden und der Kreislauf wurde nie unterbrochen. Doch dann kommt Ana zur Welt, eine Neuseele. Statt der alten Seele Ciana wird sie geboren und keiner kann sich erklären warum.

Alle machen Ana für Cianas Fehlen verantwortlich , sie wird als "Seelenlose" bezeichnet und Anas Existenz wird von keiner Seele akzeptiert oder gar respektiert. Anas Vater Menehem verlässt sie bei ihrer Geburt, die "Bürde" der Vater einer Seelenlosen zu sein, war zu schwer für ihn. Ihre Mutter Li behält sie, aber nicht aus Liebe. Viel mehr will sie Anas Seele komplett brechen und ihr das Leben zur Hölle machen. Mit 18 Jahren hat Ana genug von ihrer herzlosen, kaltblütigen und grausamen Mutter und beschließt hinauszugehen und nach Antworten über ihre Existenz zu suchen. Doch plötzlich greifen sie Sylphen an und sie stirbt beinahe. Ihr Retter heißt Sam und er ist der erste Mensch, der Ana freundlich und ebenbürtig behandelt. Gibt es doch noch Hoffnung?

Meine Meinung:
Schon als ich damals das englische Cover gesehen hatte, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Es ist wirklich wunderschön und verglichen damit kann das deutsche Cover einfach nicht mithalten. Ich wünschte, der Verlag hätte das Original beibehalten, denn der Schmetterling hat eine wichtige Bedeutung in diesem Buch. Ich finde aber auch das Deutsch keinesfalls schlecht! Nur kann ich einfach keinen Bezug zur Geschichte finden, es sieht lediglich sehr schön aus. Auch den Obertitel "Das Meer der Seelen" finde ich ein bisschen unpassend. Es klingt schön, aber so richtig passt es nicht zur Geschichte. Insgesamt ist die Aufmachung also sehr schön, aber es harmoniert nicht so richtig mit der Geschichte.

Schon auf den ersten Seiten wurde mir klar, dass die Idee dieses Buches einzigartig ist. Wir befinden uns in einer anderen Welt, in der es Drachen, Sylphen und andere Geschöpfe gibt und es gibt eine komplett andere Gesellschaft mit anderen Traditionen und anderen Lebensweisen. Anas Existenz hat die Harmonie der Gesellschaft aber zerstört und Unsicherheit und Verwirrung hervorgerufen, am meisten aber Abweisung. Menschen wollen keine Veränderung, wenn sie sich an etwas gewöhnt haben und sich darauf verlassen und deshalb lehnen sie es einfach ab. Ich war gerade am Anfang wirklich gespannt, wie die Autorin diese tolle Idee umsetzen wird und habe interessiert weitergelesen. Fragen wie "Was ist mit Ciana geschehen? Ist sie jetzt tot? Was ist Ana eigentlich genau? Lebt sie nur ein Leben oder wird sie von jetzt an wiedergeboren? Hat sie überhaupt eine Daseinsberechtigung? Warum kam Ana statt Ciana zur Welt?" entstehen und keiner kennt die Antworten.

Ana hatte keine "normale" Kindheit, sie hatte absolut niemanden in ihrem Leben, der nur das Beste für sie wollte, sie liebte und ihr Geborgenheit schenkte. Ihre Mutter zog sie gezwungenermaßen auf und tat ihr Bestes daran, Ana das Gefühl zu geben, der wertloseste Mensch auf der Welt zu sein. Ana wurde von ihrer Mutter geschlagen, sobald sie auch nur einen Fehler machte, ihre bloße Existenz reizte ihre Mutter bereits aufs Äußerste, schließlich war Ana schuld, dass Menehem sie verließ. Gemeinheiten und Verletzungen sind als Gang und Gebe. Ana weiß, dass die Leute sie hassen und meiden, da war keiner, der sie aus dieser Hölle befreien würde. Sie muss alles von vorne erlernen, sie braucht also sehr viel länger, als die alten Seelen, ihre "Ausbildung" abzuschließen. Doch mit 18 fühlt sie sich bereit hinaus zu gehen, doch weil ihre Mutter sie noch ein letztes Mal verletzen will, kommt sie durch einen defekten Kompass in ein gefährliches Gebiet und Sylphen töten sie - beinahe.
Zitat: "Wie konnte ich wichtig sein? Ich war eine nachträgliche Idee, fünftausend Jahre zu spät. Ein Fehler, weil Ciana fort war. Ich war der Missklang am Ende eines sinfonischen Meisterwerks. Ich war der Pinselstrich, der das Gemälde ruinierte."
( - Ana, S. 264)
Sam kann sie noch retten und auch nach der Offenbarung von Anas Identität bleibt er freundlich zu ihr. Wie kann das sein? Ana kann mit seinem Verhalten nicht umgehen, denn 18 Jahre lang hat sie nur mit ihrer Mutter gesprochen, die sie abgrundtief hasste. Sie bleibt also misstrauisch und rechnet mit dem Schlimmsten, dabei bemerkt sie nicht, wie falsch sie liegt. Sam hat absolut keine bösen Absichten, hilft ihr und bringt ihr sogar vieles bei. Es entwickeln sich Gefühle in Ana, von denen sie nur in Büchern gelesen hat, doch Sam zieht sich sofort zurück. Für Ana ist das alles extrem verwirrend, dabei hat sie schon genug Probleme bei ihrer Suche, denn so richtig findet sie nichts, dass sie aufklären könnte.
Zitat: "Ich denke, die Leute sind sich nicht sicher, ob es sich lohnt, dich kennen zu lernen. So als würde man entscheiden, ob es sich lohnt, sich mit einem Schmetterling anzufreunden, obwohl er am nächsten Morgen vielleicht nicht mehr da ist."
(- Sam, S. 70)
Wie man sieht, haben mir die Hauptcharaktere wirklich gut gefallen. Sie sind authentisch und tiefgründig und ich konnte sie einfach verstehen. Ihr Handeln und Denken ist plausibel für mich und das ist der springende Punkt. So richtig sympathisch waren mir die Figuren nämlich nicht, denn dafür hätten sie einen weitaus größeren Sinn für Humor haben müssen. Das wiederum hätte nicht zum Charakter dieser Geschichte gepasst. Dennoch konnten sie mich überzeugen. Bei vielen anderen Charakteren, z.B. Li, Menehem und Stef, bin ich mir nicht so sicher, was sie denken und ihre wahre Rolle bleibt geheim. Das finde ich ziemlich klug eingefädelt, denn so will man als Leser wissen, was sie im Schilde führen und man bleibt dran.

Zum Schreibstil der Autorin will ich ein riesengroßes Lob aussprechen. Sie hat ein wirklich beeindruckendes Talent mit enorm viel Gefühl und Leidenschaft zu schreiben und sie erschafft mit ihren Wörtern eine echte Atmosphäre. Gegen Ende gibt es mehrere Szene zwischen Ana und Sam, die mich unglaublich gefesselt und berührt haben. Oft ist sie auch sehr poetisch in ihrer Wortwahl und trotzdem kann man dieses Buch ganz flüssig und leicht verständlich lesen. Es erinnert mich ein wenig an den Geruch von Lavendel; zart und flatterhaft und doch liegt er schwer in der Nase - seltsamer Vergleich, ich weiß. Die Art und Weise wie sie die Dinge beschreibt und Anas Gedanken ausdrückt ist tiefgründig und fesselnd und ich bin wirklich sehr begeistert. Endlich mal wieder ein Buch mit Kapitelüberschriften! In letzter Zeit finde ich kaum Bücher mit Kapitelüberschriften, dabei mag ich das total. Neben jeder Überschrift befindet sich eine hübsche Verzierung mit einem Schmetterling. Die ganze Geschichte ist aus Anas Sicht in Ich-Form und in Vergangenheit.

Warum also keine fünf Sterne? Die letzten 70 Seiten sind mein "Problem". Alles passierte plötzlich Schlag auf Schlag, Ana trifft bahnbrechende Entscheidungen scheinbar impulsiv und es erschien mir so, als wolle die Autorin das Buch so schnell wie möglich beenden. Dadurch entstand zwar eine gewisse Dynamik und Spannung, aber größtenteils war ich verwirrt, weil ich nicht richtig mitkam. Das Ende ist kein gemeiner Cliffhanger und regt trotzdem dazu an, die Fortsetzung lesen zu wollen. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich bin gespannt, wie es mit Ana weitergeht!

Fazit:
4 von 5 Punkten! :)

*Fotos*

Kommentare:

  1. Jetzt hast du mich neugierig gemacht und diesem Buch zu einem ordentlichen Sprung nach oben auf der Liste "Was könnte ich mir denn mal kaufen" verholfen.
    Bleibt wohl nur noch die Frage, ob ich es im deutschen lese (pro: schöneres Cover, contra: 13 Euro, indifferent: gebunden) oder im englischen (pro: 7,60 Euro, contra: nicht so schönes Cover, indifferent Taschenbuch (alternativ für 13,40 € die gebundene Version).
    Da muss ich noch mal scharf drüber nachdenken und meine Sub böse angucken damit sie schrumpft ;)

    Grüße von der Spielkarte
    Nine Spades

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    1. Uuuh! :)
      Hm, schwere Entscheidung, die muss du aber wohl oder über selbst treffen. :D

      "von der Spielkarte"? :D Hab ich was verpasst? :D:D

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    2. Spielkarte, weil der Name Nine Spades eigentlich falsch ist, aber ich etwas faul bin. Eigentlich heißt es im englischen Nine of Spades was im deutschen Pik Neun bedeutet und das wiederum ist was?! *g* Eine Spielkarte, genau!! ;)
      Darum gibt es immer liebe Grüße von der Spielkarte

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  2. Heute erst habe ich mir das Buch gekauft. Ich bin wirklich gespannt darauf. Aber erst mal kommt es auf meinen SuB... Hab noch sooo viel zu lesen
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

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    1. Super! Ich wünsche dir mal viel Spaß damit! :))

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Danke für dein Kommentar! :) ♥