Blog-Tour: NOIR (Jenny-Mai Nuyen) - Tag 4 !

Hallihallooo! :)

Heute geht es mit der Blog-Tour hier auf Bookaholics For Life weiter!
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Tag 4


Wie es für Jenny-Mai Nuyen war, zum ersten Mal die Realität anstelle von Fantasywelten als Setting zu haben

Als ich plötzlich in der Realität war…
Bisher zog ich das Genre der Phantastik allen anderen literarischen Genres vor. Nirgendwo sonst hat man so viele Möglichkeiten, um das, was einem am Herzen liegt, in Metaphern und Symbole zu kleiden. Gerade als ich ein Teenager war und mit dem Schreiben anfing, fühlte ich mich wohler, meine Gefühle auf diese Weise „verschlüsselt“ zu Papier zu bringen. Epische Kriege standen da für meine eigenen Konflikte zwischen Kindheit und Erwachsenwerden, anhand von zwiespältigen Herrschern versuchte ich meine Eltern zu begreifen, geheime Widerstandsbewegungen suchten für mich nach meiner eigenen Identität. Auch als Leserin mochte ich am liebsten märchenhafte Bücher, die sich Anspielungen auf die Wirklichkeit bedienten; das Auspacken, das Entdecken, das Entziffern von Motiven ist für mich bis heute einer der größten Reize beim Lesen. Warum also habe ich mich bei „Noir“ für die Realität als Schauplatz entschieden? Ganz einfach: Weil ich das Schema einmal für mich umstülpen wollte. „Noir“ beginnt in einer Stadt, die an Berlin erinnert, wo ich wohne. Doch im Verlauf der Geschichte rieselt die Realität aus der Handlung wie Sand aus einer Sanduhr. Was bleibt, ist das symbolische, traumartige Gerippe der Wirklichkeit, die die Hauptfigur Nino Sorokin empfindet.
Bei der Eroberung dieses für mich ungewohnten Schauplatzes hatte ich anfangs einige Mühen. Ich schrieb zwei unterschiedliche Prologe, verwarf einen dritten und flüchtete mich gleich auf den ersten Seiten ins Jenseits, um zu Atem zu kommen. Nie zuvor war ich bei einem Romananfang so unsicher gewesen. Ich musste ein Auto und den Verkehr beschreiben (hier kamen später meine Freunde als Testleser zum Einsatz, die mir netter Weise ein paar Details übers Autofahren erläuterten). Ursprünglich war die erste Hälfte des Romans – also der Teil, der noch ganz „real“ ist – um 70 Seiten länger. Diese 70 Seiten habe ich gebraucht, um mich in die merkwürdige Welt einzuleben, in der Menschen U-Bahn fahren und in Clubs feiern und normalen Jobs nachgehen. Für den Leser wären diese Seiten aber nicht besonders spannend gewesen, deshalb trauere ich ihnen auch nicht nach.
Nachdem ich mit „NOIR“ in die Realität eingetreten bin, habe ich einige Vorbehalte gegen diese Welt verloren und kann sie nun eigentlich ganz spannend finden. Wie Sojabohnen, die an sich nach nichts schmecken, aber durch die angemessene Verarbeitung und mit der richtigen Würzung von Mystik, Wahnsinn und Zauber zahllose Variationen von Geschmack und Konsistenz hervorbringen. (Während ich das hier schreibe, esse ich köstliche Mini-Soja-Schnitzel aus der Packung.)
Jenny-Mai Nuyen im September 2012

***

Ich finde das ja total interessant!
Kann (konnte) mir selbst sehr wenig vorstellen, dass auch die "normale Welt", die einfache Realität spannend und zauberhaft sein kann. :)

Kommentare:

  1. Ich freue mich schon sooo darauf, das Buch zu lesen! Danke für diese spannende Blog-Tour!

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  2. Bitteschön und danke für dein liebes Kommentar! :))

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Danke für dein Kommentar! :) ♥