[Rezension] Virtuosity - Liebe um jeden Preis - Jessica Martinez

Infos zum Buch:
Autor/in: Jessica Martinez
Preis: 12,99€ *Kaufen?*
Seiten: 253
Verlag: Bastei Lübbe (Boje)

Klappentext:
Die siebzehnjährige Carmen ist ein Star. Sie tourt mir ihrer Geige durch die Welt und spielt überall vor ausverkauften Konzertsälen. Doch die Konkurrenz ist hart. Beim Guarneri-Wettbewerb treten Jungstars aus den verschiedensten Ländern gegeneinander an - und nur der Sieg zählt.
Carmen steht unter Druck, den sie nur noch mit Tabletten in den Griff bekommt. Doch dann lernt sie Jeremy kennen, ihren ärgsten Konkurrenten um den Sieg. Und obwohl Carmen weiß, dass sie sich vor ihm in Acht nehmen sollte, fühlt sie sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen. Für Carmen ist die Zeit gekommen, sich zu entscheiden: Setzt sie auf Sieg oder auf die Liebe ... 

Cover und Buchtitel:
Besser hätte man das Cover für diese Geschichte gar nicht gestalten können. Auf dem Cover ist ein Mädchengesicht abgebildet, das halb von einer Geige verdeckt wird. Das Mädchen guckt nach unten, sodass ein nachdenklicher und nach innen gekehrter Ausdruck vermittelt wird. Vorne glänzt das Wort "Virtuosity", das mit viel Schwung und eleganten Highlights geschmückt ist, die den Buchtitel nochmal hervorheben. Auch der Untertitel "Liebe um jeden Preis" ist gekonnt ausgewählt worden, er drückt genau das aus, um was es in der Geschichte geht. Einfach klasse, ich habe mich vom ersten Moment an in dieses Cover verliebt.

Schreibstil und Charaktere:
Nachdem ich die Geschichte zuende gelesen hatte, habe ich mich gefragt, wie es sein kann, dass dieses Buch das erste Werk von Jessica Martinez sein soll. Wie ein Profi hat sie mich in die Geschichte eingewickelt, mich vor meinen inneren Auge alles sehen lassen, die gleichen Gefühle fühlen lassen, die Carmen Bianchi, die Protagonistin, gefühlt hat. Es war der helle Wahnsinn. Hier muss ich aber auch nochmal erwähnen, dass ich selbst Geige spiele und dieses Lampenfieber und das Ganze drum und dran, sehr gut nachempfinden kann. Und ich kann euch nur sagen, dass es furchtbar aufregend und zugleich unglaublich beruhigend ist, dass man mit dieser extremen Nervosität vor Konzerten nicht alleine steht. Die Autorin, die nebenbei selbst Orchestermusikerin war und Geigenunterricht gegeben hat, schreibt fesselnd, realistisch und (ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken soll) mit ganz viel Fülle. Ich habe die Stimmungen während des Lesens praktisch in der Luft vibrieren fühlen, habe in jeder Situation mitgefühlen können. Ein atemberaubendes Leseerlebnis! Die ganze Geschichte wird aus Carmens Sicht in der Ich-Form in Vergangenheit erzählt. Dabei ist der allererste Abschnitt der Geschichte ein kleiner Ausschnitt des Endes. Diese Methode finde ich toll, denn so entflammt die Neugier im Leser sehr schnell und man will wissen: "Wie bitte? Was hat das denn nun zu bedeuten?" und man stürzt sich sofort in irgendwelche Vermutungen und will natürlich die ganze Wahrheit wissen.

Carmen Bianchi, Violinistin, lockige braune Haare, grasgrüne mandelförmige Augen und auf natürliche Weise hübsch (trotz der, ihrer Meinung nach, zu großen Nase). Der durchschnittliche Tagesablauf von Carmen ist mit täglichen Geigespielen-Üben geprägt und nun, da sie kurz vor dem Guarneri-Wettbewerb steht, ist dieses Üben zu einer richtigen Besessenheit geworden, so intensiv übt Carmen dafür. Wenn sie gewinnt, erhält sie einen der größten Preise in der Karrierelaufbahn eines Violinisten; sie darf vier Jahre lang die Guarneri-Geige spielen und mit ihr auf Konzerttournee gehen. Carmen selbst ist in der klassischen Musik als wahres Wunderkind und berühmtes Musiktalent bekannt. Mit ihrer Mutter Diana, ehemalig erfolgreiche und sehr berühmte Sopransängerin, als Managerin, steht ihr einer unglaublichen Musikarriere nichts mehr im Wege - außer Jeremy King.

Diana ist, wenn man nur ihre Karriere betrachtet, das Ergebnis einer echten Tragödie. Sie war in ihrer Zeit der Star, ihre Stimme war sehr bekannt. Doch dann kam die Diagnose, Diana musste an den Stimmbändern operiert werden. Ihre Stimme zeigte leider Auswirkungen dieser Operation und promt war ihre Karriere vorbei. Nichts, als eine düne Narbe an der Kehle, blieb ihr übrig.
Es scheint nun so, als wolle Diana nun ihren Traum in ihrer Tochter Carmen weiterleben. Carmen ist einem enormen Druck ausgesetzt und flüchtet zu Pillen, die sie vor den Konzerten beruhigen sollen. Bis diese sich zu einer Sucht entwickelt...

Jeremy King, Violinist, selbstsicher, gutaussehend, arrogant, ist die Person, die Carmen alles zerstören könnte. Er ist für sie bei diesem Wettbewerb der einzige würdige Gegner. Eine Freundschaft ist unter diesem Umständen gar nicht möglich. Und trotzdem fühlt sie sich von diesem "zweiten Exemplar von Wunderkind" angezogen. Langsam muss sich Carmen die Frage stellen, wie viel ihr eigentlich an diesem Wettbewerb liegt. Kämpft sie für sich? Oder zieht ihre Mutter die Fäden? Und was ist dann mit ihr? Liebt sie die Musik noch? Was ist dieses Gefühl, wenn sie mit Jeremy zusammen ist? Sagt ihre Mutter ihr immer die Wahrheit?

Alle Charaktere haben mich vollkommen überzeugt, auch die Beziehungen zueinander sind authentisch beschrieben und ich habe wahre Tiefe in ihnen sehen können. Wirklich toll!

Meine Meinung:
Es ist kein Kunststück aus dieser Rezension zu schließen, dass ich mich komplett in dieses Buch verliebt habe. Diese Geschichte erzählt von Musik, von erster Liebe, von Unterdrückung, von Kontrolle, von Vertrauen und von Ehrlichkeit. Und ehrlich gesagt, fällt mir nichts besonderes ein, was mir an diesem Buch nicht gefallen hat. Ich finde es durch und durch gut, absolut genial. Am besten haben mir die Charaktere und die beschriebenen Gefühle gefallen. Sie sind so realistisch und ich fühlte mich so, als wäre ich mit Carmen verschmolzen. Auch diese Beziehung zwischen Diana und Carmen war sehr interessant. Mich hat es überrascht, dass Carmen, obwohl sie die Ich-Form benutzt, zu ihrer Mutter "Diana" sagt. So wie die Tatsache, dass Carmen ein komplett anderes Leben führt, als ein normaler Teenager. Ihre Probleme drehen sich um die nächsten Konzertauftritte als Solistin, bei denen sie perfekt sein muss, die der anderen Teenies, drehen sich vielleicht um die nächste Matheklausur. Auch beim Thema Jungs, kann sich Carmen nicht wirklich als Expertin bezeichnen. Da kommt Jeremy King wie gerufen. Möglicherweise hätte ich es noch schön gefunden (aber das Buch ist auch so schon unglaublich toll), wenn die Autorin mehr auf die Auftritte selbst eingegangen wäre. Zum Beispiel, dass Carmen einmal beschreibt, wie es sich für sie anfühlt, wenn sie spielt und die Vibration der Töne sie gefangen nimmt und alles. Insgesamt allererste Sahne, ich bin hellauf begeistert!

Fazit:
Ich vergebe 5 von 5 Punkten! :))
Eine riiiieeeeeeseeengroße Leseempfehlung!

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Blogg dein Buch und beim Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars! :)

Kommentare:

  1. Super Rezi!
    Ich bin auch schon sehr neugierig auf das Buch und freue mich drauf. Es steht zum Glück auf meiner WL!!!

    LG
    Lilly

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  2. Es steht schon seit ich davon gehört habe auf meiner Wunschliste und ich bin richtig froh,dass es dir so gut gefallen hat,dann kann ich es mir nämlich guten Gewissens kaufen ;D

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  3. Dankeschön!! ♥ :) Oh ja, ihr solltet euch beide dieses Buch kaufen, ganz klar. ;)

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  4. Ich habe mir schon überlegt, das Buch zu kaufen, weil ich das Cover so toll fand, aber jetzt bin ich absolut überzeugt.
    Ich habe auch 5 Jahre Bratsche (ist ja fast wie Geige :)) gespielt, bevor ich wegen Zeitmangel aufhören musste :(
    GLG Sabrina
    PS: Supersüßer Blog :)

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  5. Das ist ja schade, dass du aufgehört hast. :( Bei mir wird's auch immer stressiger, aber ich hoffe, dass ich es durchhalte. :) Ooh, Bratsche möchte iiirgendwann auch mal lernen, ist ja ähnlich. Mir gefällt der etwas tiefere Klang. :)
    Danke für dein Leser-Werden! :))

    GLG ♥

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Danke für dein Kommentar! :) ♥