[Rezension] Die Wahrheit über Alice - Rebecca James

Infos zum Buch:
Autor/in: Rebecca James
Preis: 8,99€
Seiten: 320
Verlag: Rowohlt

Klappentext:
Kein Feind kann dir so wehtun wie deine beste Freundin.
An ihrer Schule ist Katherine die Außenseiterin. Unauffällig, immer allein, mit niemandem befreundet. Der Grund: Keiner darf ihr Geheimnis erfahren. Erfahren, was mit ihrer Schwester Rachel geschah. Doch dann lädt Alice Katherine zu ihrer Party ein. Die schöne, strahlende Alice, das beliebteste Mädchen der Schule. Es tut gut, eine Freundin zu haben. Doch nach und nach wird Alice immer merkwürdiger. Selbstsüchtiger. Grausamer. Und Katherine muss erkennen, dass ihre neue Freundin nach eigenen Regeln spielt ...

Cover und Buchtitel:
Eine junge Frau / ein älteres Mädchen, hübsch und mit blonden langen Haaren. Die Augen sind geschlossen und von oben fallen rote Blütenblätter herab. Auch wenn die Blütenblätter nichts mit der Geschichte zu tun haben, finde ich das Cover mehr als gelungen. Die abgebildete Person stellt ganz klar Alice dar, im Buch wird nämlich kein anderes Mädchen mit hellblonden Haaren erwähnt. Und dass die Augen geschlossen sind, könnte auch bedeuten, dass sie gestorben sein könnte, was auch mit der Geschichte übereinstimmen würde. Der Buchtitel "Die Wahrheit über Alice" finde ich perfekt. Der englische Titel "Beautiful Malice", bedeutend "Schöne Bosheit", finde ich ebenfalls gut, aber hier ist der deutsche Titel besser gewählt. Für mich ist am Ende nämlich nicht ganz klar, ob Alice nun abgrundtief böse war, oder nicht. Auch dass "Alice" im Titel so hervorgehoben wurde, ist toll. Lange Rede, kurzer Sinn - ich liebe das Cover.

Schreibstil und Charaktere:
Ich kann es kaum glauben, dass "Die Wahrheit über Alice" Rebecca James ERSTES Buch sein soll... Dafür ist es nämlich viel zu gut! Der Schreibstil ist einfach traumhaft, ich war von der ersten Seite an völlig mitgerissen. Die Spannung baut sich ebenfalls schon zu Anfang langsam auf, bis zur Hälfte ist sie schon so hoch und penetrant, dass ich bei der zweiten Hälfte öfters aus Frust sogar aufschreien und mir die Haare raufen wollte. Dieses Buch beinhaltet einen "Mount Everest" an Emotionen und am Ende habe ich in Sturzbächen weinen müssen. Die Autorin konzentriert sich sehr auf die einzelnen Charaktere, die Umgebung ist bei dieser Geschichte auch völlig nebensächlich. Deshalb sind die Figuren auch fantastisch zur Geltung gebracht, bei jedem einzelnen habe ich echten Tiefgang gespürt und habe sie alle im Laufe des Buches richtig "kennenlernen" können. Die Geschichte wird in Katherines Sicht in der Ich-Form in Vergangenheit erzählt. Wie schon erwähnt, ist der Schreibstil fesselnd, angenehm und sehr gut zu lesen.

Was auch unglaublich spannend und genial eingefädelt ist, ist dass Rebecca James, Katherine aus drei verschiedenen Zeitpunkten erzählen lässt: A) Jetzt; Alice ist gestorben und Katherine führt ein neues Leben mit ihrer Tochter Sarah. B) Der Tod ihrer Schwester Rachel; wie es dazu kommt, dass sie ermordet wird. Und C) die Zeit mit Alice Parrie; einige Zeit nach dem Tod von Rachel, Katherine ist auf einer anderen Schule, unter einem anderen Namen und versucht nicht aufzufallen. Aus Einfachheit halber verwende ich für die drei Zeitabschnitte einfach mal A, B und C. Das allererste Kapitel fängt mit A an, wo also schon klar ist, dass Alice tot ist. Katherine ist froh über den Tod von Alice und dem Leser ist es ein Rätsel, wie es dazu kommt. Auch wird man neugierig, warum und mit wem Katherine ihre Tochter Sarah bekommen hat. Dann geht es eine längere Zeit mit C weiter. Detailiert und gefühlvoll wird beschrieben, wie sich Katherine und Alice kennenlernen und schließlich beste Freundinnen werden. Es kommt eine weitere Person dazu: Robbie. Die drei werden irgendwann unzertrennlich.

Als Charakter habe ich die Hauptrotagonistin Katherine sehr gemocht. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich damit umgegangen wäre, wenn meinen Schwester ermordet worden wäre. Und es macht alles nochmal doppelt so schlimm, dass Katherine denkt, sie sei Schuld an dem Mord. Dieser tiefe Konflikt in ihr, hat mich sehr berührt und ich musste mich oft fragen, ob ich mich überhaupt mit so einer Situation auseinandersetzen könnte. Katherine behält den Mord ihrer Schwester für sich, sie will niemanden etwas davon erzählen. Ich möchte nicht verraten, wie Rachel gestorben ist. Der Zeitabschnitt B kommt etwa bei der Hälfte des Buches und reißt den Spannungspegel nochmal kilometerweit nach oben.

Alice hat mich von Anfang an sehr misstrauisch gemacht. Sie geht anscheinend einfach so auf Katherine zu und freundet sich sofort mit ihr an. Später decken sich ganz andere Seiten an ihr auf... Alice ist manchmal sehr seltsam. Manchmal ergreift sie das Bedürfnis anderen Menschen seelisch wehzutun und Dinge zu tun, die andere sehr verletzen. Mit so einem unberechenbaren und verrückten Charakter hätte ich mich nie angefreundet, egal wie nett und herzlich die Person auch sein kann. An der Stelle hat mir Phillipa, mein Lieblingcharakter des Buches, aus der Seele gesprochen, als sie Katherine rät, Abstand von Alice zu nehmen.

Robbie ist hoffnungslos in Alice verliebt. Er weiß ganz genau, dass sie nicht gut für ihn ist, dass er sich viel zu viel von ihr gefallen lässt und sich lächerlich an sie klammert, aber er kann nicht anders. Immer wenn er die wunderschöne Alice sieht, verfliegen seine Vorsätze und er gibt sich mit allem zufrieden, was Alice ihm gibt. Dabei ist er ein wunderbarer Mensch, verständnisvoll und witzig.


Mehr kann und möchte ich auch nicht verraten.


Meine Meinung:
Die Geschichte ist einfach nur perfekt. So einen guten Thriller habe ich lange nicht mehr gelesen und hoffe inständig, dass Rebecca James noch weitere solche Bücher schreibt. Ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden durch gehabt und wie schon erwähnt, am Ende richtig weinen müssen, so aufgewühlt war ich. Die Geschichte baut sich nach und nach auf, der Leser wird langsam mit Informationen gefüttert, bis er schließlich eigene Vermutungen machen kann. Das ist auch ein Punkt, bei dem ich sagen kann, dass das einen guten Thriller ausmacht. Denn diese Vermutungen entstehen ja gerade, weil sich der Leser für die Geschichte interessiert und sich reinsteigert/gefesselt ist. Meine ersten Vermutungen sind (was nicht oft passiert) wahr geworden und ich kann mich ganz genau erinnern, als ich eine Lesepause einlegen musste, denn die ganze Zeit dachte ich: "Nein. Nein, nein, nein. Das darf jetzt nicht sein, bitte nicht." So mitgerissen war ich! Und ich finde, das sagt auch schon alles über ein wirklich gutes Buch aus.

Fazit:
Natürlich vergebe ich 5 von 5 Punkten! :))
So was gutes gibt es selten, also LESEN LESEN LESEN! *-*

Kommentare:

  1. Schöne Rezi! Das Buch werde ich mir merken. :) Und ich finde das Cover total schön.
    Lg Steffi

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  2. Ja, bitte bitte bitte, kauf es und liebe es! :D Dankeschön! ♥ :))

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  3. Das Buch habe ich selbst auch sehr gut gefunden und ein paar Tränen sind auch bei mir geflossen :)

    Übrigens erscheint im August 2012 ihr Psychothriller "Angst im Dunkeln". Auch auf dieses Buch bin ich schon sehr gespannt.
    http://www.amazon.de/Angst-im-Dunkeln-Rebecca-James/dp/3805250045

    LG Anni

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  4. Das Buch ist aber auch einfach krass!
    Oh, danke! Das wäre dann ein weiteres Buch auf meiner Wunschliste. :D ♥

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  5. Bei mir stehts noch auf der Wunschliste. :)
    Ich hab dich getaggt: http://corinnas-buecherecke.blogspot.com/2012/02/ich-wurde-getaggt.html :)

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  6. Die Gebundene Ausgabe steht schon seit Ewigkeiten auf meiner Wunschliste, nach der Rezi muss ich es mir wohl endlich mal holen. :)

    Übrigens toller Blog, magst du auch mal bei mir vorbei schauen? :)
    http://the-bookthief.blogspot.com/

    Liebe Grüße
    Svenja

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Danke für dein Kommentar! :) ♥