[Rezension] Dark Love - Lia Habel

Infos zum Buch:
Autor/in: Lia Habel
Preis: 15,99€
Seiten: 512
Verlag: Piper
Originaltitel: "Gone With The Respiration - Dearly, Departed"
Reihe: "Gone With The Respiration" - Trilogie
  1. Dark Love
  2. (eng.) "Dearly, Beloved" (USA, Herbst 2012!)
  3. ?

Klappentext:
Dunkle Liebe überwindet den Tod!
Das Jahr 2195: Im Schatten einer neuen Eiszeit ist die Gesellschaft zerfallen, und die Menschen kämpfen gegen lebende Tote. Als die 17-jährige Nora entführt wird, verliebt sie sich ausgerechnet in deren Anführer. Sie erfährt, dass sie das Schicksal aller wenden kann. Doch sie muss sich entscheiden, auf welcher Seite sie steht …
Flackernde Gaslampen, dampfbetriebene Kutschen und Digitagebücher – das ist die Welt von Nora Dearly im Jahr 2195. Die 17-Jährige lebt im Internat, bis sie eines Tages entführt wird: Denn ein Virus greift um sich, das Menschen in lebende Tote verwandelt – und Nora trägt als Einzige die Antikörper in ihrem Blut. Bald muss sie feststellen, dass es auch wandelnde Untote gibt, die sich ihre Menschlichkeit dank eines Antiserums erhalten können. Und Bram, ihr Entführer, ist einer von ihnen. Nora verliebt sich in den jungen Mann, doch die Endlichkeit seiner Existenz bedroht ihre Liebe. Nur Noras Vater, ein hochrangiger Wissenschaftler, könnte ein Gegenmittel entwickeln, doch er ist selbst infiziert und droht zu sterben. Ist Noras Welt endgültig dem Untergang geweiht?

Cover und Buchtitel:
Ich finde das Cover wirklich einzigartig und wunderschön! Es spiegelt mit seiner Fusion von schönen Verschnörkelungen, dem Eisenherz und den stählernen Zahnrädern perfekt die Geschichte wieder, denn es handelt sich hier um den Stil von "Steampunk", einer Vermischung von futuristischer und moderner Mode mit dem Stil des viktorianischen Zeitalters. Ich finde diese Kombination echt interessant und denke, dass die Buchgestalter bei diesem Cover eine wirklich geniale Arbeit geleistet haben. Also was das Cover angeht - TOP! "Dark Love" als Titel hat mir auch gefallen, denn es dreht sich in der Geschichte auch um die sich anbahnende zarte Liebesgeschichte zwischen Nora und Bram und ist auch passend in das Eisenherz mit den Zahnrädern verknüpft. Super!

Schreibstil und Charaktere:
Lia Habel schreibt erstaunlich gut und ich habe viel Spaß beim Lesen. Die Geschichte ließt sich flüssig (trotz der winzigen Schriftgröße) und ich habe nie das Gefühl, dass sich irgendwo irgendwas etwas langgezogen hat und die Spannung ist gleichmäßig ansteigend. Am faszinierensten finde ich diese äußerst gewagte Mischung aus futuristischem, viktorianischem, dunklem Humor, post-apokalyptischem, dystopischem und etwas Horror und Science Fiktion. Von der ersten Seite an hat mich diese Idee vollkommen mitgerissen und ich habe meinen Fabel für Steampunk (wenigstens in der Kunst) gefunden! Es ist zwar eine ganz und gar ungewöhnliche Mischung, aber dafür eine originelle und sehr schöne. Mir gefällt, wie jetzt neben den gefährlichen Vampiren bzw. Werwölfen nun auch Zombies einen Platz in unseren Fantasybüchern finden. Wie schon erwähnt, bin ich von der ersten Seite an voll in der Geschichte "drin" gewesen und bin auch erst am Ende des Buches aus dieser genialen neuen Welt wieder "erwacht". Alle Charaktere sind sehr gut dargestellt und ich habe das Gefühl, sie persönlich vor mir stehen zu haben, wenn sie sprechen. Die Geschichte wird von fünf Perspektiven in Vergangenheit und in der Ich-Form erzählt. Drei der fünf sind Nora, Bram und Pamela. Ihre Teile der Geschichte finde ich am besten und der Geschichte hätte es nicht geschadet, wenn die zwei anderen ausgelassen worden wären. Aber auch so, hat mir das Lesen sehr viel Spaß gemacht, denn nicht selten hat mich dieser unglaubliche (!) Humor lachen lassen, bis mir die Tränen kommen und ich Seitenstechen bekomme! Dadurch wird der Geschichte ein lockerer Touch gegeben, der sich mit den ernsten Themen im Buch ausgleicht, die da das drohende Ende der Menschheit durch das "Zombie-Syndrom" beschreiben. Mir hat es unglaublich gut gefallen!

Zitat: " Der Buchjunge klappte die Ausgabe zu und nahm die Brille von der Nase. "Ich sage die Wahrheit! In all diesen Büchern werfen sich die Mädchen den romantischen Helden nur so an den Hals. Und diese Helden sind tot und sie trinken Menschenblut. Seid also frohen Mutes, meine Brüder, denn ich sage euch, es gibt Hoffung!" [...] Der mit dem Buch wirbelte herum und hielt die Hand hoch. "Bevor wir zu den Formalien kommen - du!" Er fixierte mich und ich wich einen Schritt zurück. "Hast du jemals von Vampiren gehört?" Ich nickte. Wer nicht? "Und hattest du schon einmal von Zombies gehört, bevor du hierhergekommen bist?" Ich schüttelte den Kopf. "Seht ihr?" Er schlug zur Betonung auf sein Buch. "Vampire sind nur Zombies mit guter PR! In ein paar Jahren könnten das wir sein!" " (Seite 207)
Dieses Zitat ist nur eine der Unmengen von witzigen Stellen und ich finde sie zeigt auch einfach, was ich oben schon erwähnt habe, dass sich nun auch Zombies zu unseren Lieblingen, den Vampiren und Werwölfen gesellt haben. Ich würde so gerne noch andere superwitzige Stellen zitieren, aber dann wird diese Rezension leider zu lang! Lest es einfach und ihr werdet mir zustimmen!

Nora Dearly, ein 16-jähriges Mädchen, braune dunkle Haare, blasse Haut, klein und ein viel zu kindliches Gesicht. Ihr zartes Auftreten schneidet sich mit ihrem durchaus starken Charakter, der sich durch Gerissenheit, mentaler Stärke, Mut, Durchhaltevermögen und Schlagfertigkeit auszeichnet. Mir ist Nora sehr ans Herz gewachsen und bin nach meinem letzten Buch erleichtert endlich wieder ein Buch lesen zu können, wo ich die Hauptprotagonistin wirklich mag. Noras Vater, Dr. Victor Dearly, ist nun schon seit über einem Jahr tot. Die Trauerzeit ist offiziell beendet und Pamela, Noras extrem mütterliche, beste Freundin, versucht sie wieder aufzuheitern. Auch Noras Mutter ist früh gestorben und Nora muss mit ihrer kaltherzigen und egoistischen Tante Genevive Ortega zusammenleben, die nur darauf aus ist, den hohen Familienruf auszunutzen und Nora an irgendeinen reichen Typen zu verheiraten, damit sie das Geld bekommt.

Pamela Roe ist keine "Royal", sie ist nur auf dem teuren Internat, weil Nora und sie schon von klein auf beste Freundinnen sind und sie ein Stipendium bekommen hat. Nachdem Nora plötzlich von einer unbekannten Gruppe entführt wird, ist sie völlig fertig und macht sich große Sorgen um Nora.

Als Nora entführt wird, kommen ihr die schrecklichsten Szenarien vor Augen und es ist, als ob der Weltuntergang bevor steht oder dass es sich um einen äußerst schrechlichen, horrormäßigen Albtraum handelt. Dann wacht Nora in einem unbekannten Zimmer auf und ihr wird klar - sie wurde wirklich entführt!

Bram, Captain Abraham Griswold ist ein junger Zombie, genauer gesagt der Zombie, der Nora entführt. Unter seinen Zombiekameraden ist er der, mit dem am besten funktionierenden Körper und er steht unter dem Befehl von Captain Wolfe, einem riesigen Mann, den kein einziger, der Zombie-Soldaten leiden kann. Auch Bram ist mir mit seiner Vorgeschichte und seinem gentleman-like und humorvollen Charakter ans Herz gewachsen. Als Nora bei ihnen ankommt, ist Bram die größte Zeit in in ihrer Nähe, doch verständlicherweise würde Nora lieber von der Klippe springen, als mit ihm zu reden oder gar noch schlimmer; in ansehen zu müssen und zu realisieren, dass sie sich auf einem unbekannten Stützpunkt einer wahrscheinlich großen Armee von lebenden Toten befindet!

Meine Meinung:
Ich bin mit gemischten Gefühlen an dieses Buch gegangen, denn ich habe schon viele Rezensionen gelesen, die entweder sehr posotiv waren, oder eben sehr negativ. Aber schon nach der Betrachtung des wunderschönen Covers, habe ich all meine Zweifel abgelegt und einfach angefangen zu lesen. Beim ersten Mal bin ich bis zur Hälfte gekommen, fasziniert von diesem Dystopie-Steampunk-Zombie-Humor-Liebe-Fantasy-Mix. Es ist ein großes Durcheinander, da viele verschiedene Dinge aufeinandertreffen und plötzlich zu etwas eigenem werden. Aber damit meine ich nicht, dass ich etwas in der Geschichte nicht verstanden hätte, ganz im Gegenteil. Lia Habel schreibt wirklich sehr angenehm und ich habe nichts an ihrer Art zu schreiben, auszusetzen. Neben der immer steigenden Spannung, wegen der Suche nach einem Gegenmittel für den Virus, dem "Zombie-Syndrom", kommt auch die eine schöne, zarte Liebesgeschichte zwischen Nora und Bram nicht zu kurz, was mir ebenfalls sehr gefallen hat. Auch die Zombies an sich werden einmal neu aufgefasst. Es gibt einmal die typischen, hirnlosen, fleischfressenden Zombies und dann gibt es aber noch die... anderen. Solche wie Bram zum Beispiel, die noch ihren Verstand besitzen. Auch diesen Aspekt finde ich sehr interessant und gut ausgedacht. Ein winziges Manko ist, dass mit den zu vielen Perspektiven. An manchen Stellen werden die Perspektiven genau dann gewechselt, wenn ich UNBEDINGT wissen will, wie es mit der Person weitergeht. Zusammenfassend ist dieses Buch wirklich ein toller Auftakt mit sehr viel Potenzial, dessen Geschichte ich sicherlich nicht zum letzten Mal gelesen haben werde (wegen dem genialen Humor!) und ich werde auch auf jeden Fall die Folgebänder der Trilogie lesen! :)

Fazit:
4,5 von 5 Punkten!! :)
Sehr schöner Auftakt mit viel Potenzial und von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! :)

Kommentare:

  1. Ich freu mich schon so wenn das Buch auch bei mir endlich ankommt! Lange dürfte es ja nicht mehr dauern :)
    Und da du 4,5 Sterne gibst, ist es wohl ziemlich gut! :*

    AntwortenLöschen
  2. Yes, es ist richtig toll! ;))

    AntwortenLöschen
  3. Jetzt will ich das Buch noch mehr haben, schade das ich mich diesen Monat mit dem Lesen und Kaufen zurück halten möchte, sonst hätte es mir schon geholt.
    Danke jedenfalls für deine Rezi und dem tollen Zitat, damit ist das Buch für März schon gesichert!

    AntwortenLöschen
  4. Oh mann, das kenne ich. :/ Momentan werde ich auch von Büchern überhäuft. ^^ Jap, auf jeden Fall kaufen + lesen! :D

    AntwortenLöschen

Danke für dein Kommentar! :) ♥